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Erstes Kapitel.
und zumal von dem Botschafter Spanien's'), das auf die Selbst-ständigkeit und die Blüthe der Republik stets neidisch geschaut hatteund augenblicklich derselben wegen der Blinder Händel ganz besondersfeindlich gesinnt war. Die spanische Regierung konnte um soleichter bei dieser Gelegenheit den Papst wirksam beeinflussen, alssie einerseits hierbei mit dessen innerster Gesinnung übereinstimmte,andererseits durch eine jährliche Pension von 8000 Scudi denNepoten des Papstes, den Kardinal Borghese, gewonnen hatteOhne die Kardinäle zu befragen, erließ Paul am 10. Dez. 1005zwei Breven, in denen er von den Venetianern unter sofortigerAndrohung von Exeommunication und Interdikt nicht n»r dieAuslieferung der beiden gefangenen Geistlichen an die päpstlichenBeamten sowie Verzicht auf die Gerichtsbarkeit über die Geistlichenüberhaupt, sondern auch Aufhebung der Gesetze verlangte, welcheden Erwerb liegender Güter durch die Geistlichkeit und die Er-bauung neuer Kirchen ohne besondere Erlaubniß der weltlichenBehörde verboten. — Er stellte hier also im peremptorischstenTone Forderungen auf, die bisher noch gar nicht berührt, überwelche die Venetianer noch gar nicht gehört worden waren. DieRepublik aber ließ sich durchaus nicht einschüchtern. Ihre nächsteAntwort auf jene Breven war die Erwählung Leonardo Donato's,eines der Häupter der antipäpstlichen Partei, zum Dogen (10.Jan. 1606); die zweite die Ernennung des berühmten geistlichenGegners der päpstlichen Allgewalt, Fra Paolo Sarpi, zum theo-logischen Berather der Regierung. Endlich wurden (28. Jan.)die Begehren des Papstes in ergebenen aber festen Worten ab-gelehnt. Darauf griff der Papst zum Aeußersten; 16. April 1606sprach er über das ganze venetianische Gebiet das Interdikt aus, dasfreilich auf scharfen Befehl des Senates, es als ungültig zubetrachten, von dem Weltklerus gar nicht und nur von wenigen
. ') Dep. Nam's (vcnetian. Gesandten in Rom) v. 8. 17. Dez., citirt beiKomanln, Gloria documentala 6i Veneria; VII. 29. 3!-.