Band 
Dritter Theil.
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Erstes Kapitel.

sich wiederum, daß Spanien nicht mehr den Muth besaß, seinenprahlerischen und drohenden Worten entsprechende Thaten folgenzu lassen. Wenn die Vertreter Spanien's ihre Bravaden fortsetzten,so geschah es offenbar nur um den Rückzug zu verdecken und zu-gleich den Papst zur Verwerfung der französischen Vermittlungund zur ferneren Anlehnung an Spanien zu veranlassen. Wennschon bisher die Gewaltschritte des Papstes bei der Signorie nichtsausgerichtet, so hatten sie jetzt um so weniger Aussicht auf Erfolg.Vielmehr vertraute jene auf den unbedingten Gehorsam, welchenihre Unterthanen aller Stände ihr zeigten, auf ihren Staatsschatzvon 15 Millionen Dukaten, ihre zahlreichen Streitkräftc, ihre starkenFestungen und endlich auf die wohlwollende Gesinnung des fran-zösischen Monarchen; auch der englische König bot nicht nur seinediplomatische, sondern selbst seine bewaffnete Unterstützung der Re-publik gegen das Papstthum an.') Freilich war aus die Versiche-rungen Zakob's I. nicht allzuviel Verlaß.

So begann Paul IV. plötzlich eine friedlichere Haltung anzu-nehmen. Aufgebracht über das selbstsüchtige und dabei unzuver-lässige Verfahren der Spanier, nahm er zu der Vermittlung durchden König von Frankreich seine Zuflucht, der sich gemäßigt, be-sonnen und doch fest gezeigt hatte, und der auch bei Weitem mehrEinfluß in Venedig besaß, als die spanische Regierung. Durcheinen Eilboten forderte er also Heinrich IV. auf: derselbe mögewie aus eigenem Antriebe, ohne den Papst zu erwähnen, denVenetianern den Vorschlag machen, daß dieselben die streitigenGesetze sowie den Protest gegen das Interdikt suspendirten, diewegen der Beobachtung des letztem verbannten Mönchsorden zu-rückriefen und die beiden verhafteten Geistlichen dem Papste aus-lieferten, worauf dieser die kirchlichen Censuren zu suspendiernhabe. — Heinrich glaubte nun nicht, daß die Venetianer auf einenAntrag eingehen würden, der im Grunde eine vollkommene Nach-

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