Band 
Dritter Theil.
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Venedig und ^rviubiliiden.

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mit allen Mitteln der Ueberredung anstrebte, und in Betreff dererendlich beschlossen ward, eine unbestimmte Formel anzuwenden;und die Ueberlieferung der Gefangenen ohne Protest. Diese letztereVerwickelung wurde auf sehr geschickte Weise durch de Fresnesgelöst: er erklärte, daß er als vermittelnder Gesandter die Gefangenenmit dem Proteste annehmen und sie dann ohne jede Formel demBevollmächtigten des Papstes übergeben werde. Am 14. Aprilhatte man sich über diese Punkte geeinigt, und es blieb nur nochübrig, die äußeren Formalitäten zu ordnen; alles sollte persönlichund mündlich abgemacht werden, um nicht durch schriftlichen Aus-druck Gelegenheit zu neuen Streitigkeiten zu geben, nur die Rück-nahme des Verbotes an die venetianischcn Geistlichen, den päpst-lichen Befehlen zu gehorchen, sollte durch ein Rundschreiben desDogen ausgesprochen werden. Demgemäß fand am Morgen des21. April die Uebcrgabe der Gefangenen in verabredeter WeiseStatt. Dann begab der Kardinal sich in den Senat und kündigtedie Aufhebung der kirchlichen Censuren an, um gleichzeitig dieZurücknahme des Protestes gegen dieselben zu empfangen. ZweiWochen später ging Francesco Contarini als venctianischer Gesandternach Rom ab, mit dem Auftrage, die versöhnlichsten und unter-würfigsten Worte zn verwenden, aber in allen thatsächlichen Dingendie Gesetze der Republik hochzuhalten, st —

In Venedig und Paris war über das Zustandekommen desVergleiches große Freude. In der That konnten die Venetiancrmit dem (Ergebnisse vollständig zufrieden sein. Allen geistlichenund weltlichen Drohungen gegenüber hatten sie den von Beginnan eingenommenen Standpunkt aufrecht erhalten, ihre Gesetze fürbegründet und rechtmäßig und die deshalb verhängten päpstlichenCensuren für ungültig zu halten. Sie hatten auch nicht gelitten,daß Kardinal Ioyense sie von der eben als nicht geschehen betrachtetenHstkommnnikation ausdrücklich freispreche, sondern, um deu päpstlichen

st Vgl. seine Fnslruktiott bei Nmu-uwi, 8l. >Iac. vi Venerin, V l I . I!I ff.III 4