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Erstes Kapitel.
worden, um Granbünden der spanischen Herrschaft zu unterwerfenund die protestantische Religion aus demselben zu vertilgen. EndeJuni 1607, nachdem der Umschwung zu Gunsten Spanicn's zweiMonate gedauert, kamen zehn Gemeinden von französischer Ge-sinnung in Chur zusammen, um hier abzuwarten, bis ihr Beispielnoch andere herbeizöge; zwei Führer der spanischen Partei, derOberst Bellin, zugleich Amtmann des Erzherzogs Marimilian vonTyrol, und der Hauptmann Basclga, wurden sogleich von ihnenin Verhaft genommen. Dieser Vorgang wirkte zündend, zumaldie Schweizerkantone auf dem Tage zu Baden erklärten, daß siedie Revolution in dem ihnen schutzverwandten Bündnerlande sowiedie Vertreibung aller ihnen und der Krone Frankreich befreundetenMänner nicht dulden würden. Die Krisis wurde immer heftiger,da die Anhänger Spanien s und das von ihnen eingesetzte „Straf-gericht", in ihrer Macht, ihrem Besitz und selbst Leben bedroht,sich nicht scheuten, den Grafen Fucntcs zum bewaffneten Eindringenin das Veltlin, ja in das eigentliche Bündnerland zu ermähnen.Während Fuentes demgemäß in Eomo Truppen anhäufte, befahldas Strafgericht den bündncrischen Hauptleuteu im Veltlin beischwerer Pön, ihre Fähnlein auszulösen. Indessen diese Kapitäne,die des venetianischen und französischen Soldes nicht verlustiggehen wollten, ermuthigt durch die Versammlung jener zehnGemeinden bei Chnr, verweigerten den Gehorsam und verstärktennur ihre Schaaren. Da nun Fuentes mit Gewalt sich den Wegin das Bündnerland zu öffnen nicht wagte, dienten die spanischenUmtriebe in ihrer Verwerflichkeit und zugleich offenbaren Ohnmachtnur zur schnellen Verstärkung der französischen Partei unter denRhätiern. So fand sich allmählich im Beginne des Juli dieMehrzahl der Gemeinden unter ihren Bannern bewaffnet in Churein. Nun wurden alle Beschlüsse der April-Versammlnng um-gestoßen, das Bündniß mit Mailand aufgehoben und dafür dieAllianzen mit Frankreich und Venedig in vollem Umfange wieder-hergestellt. Die spanisch gesinnten Obrigkeiten wurden sämmtlich