Band 
Dritter Theil.
Seite
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Der niederländische Waffenstillstand.

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Kein Wunder, daß Albert sehnlichst aus diesen unerträglichenZustanden erlest zu werden wünschte; dies konnte aber nur durcheinen Frieden mit den Holländern oder durch eine Unterwerfungderselben geschehen.

Noch hatte man in Brüssel die Hoffnung auf letztere nichtganz aufgegeben. Während die spanischen Geschütze gegen dieMauern des mnthig ausharrenden Ostende donnerten, war (EndeJan. I 60 Z) ein Domherr Vanderhar, der als geborener Utrcchteraus den Vereinigten Provinzen stammte, aber in Mons lebte undmit dem belgischen Rathspräsidcnten Richardot eng befreundet war,nach dem Haag gekommen, wo er sich im Namen des Erzherzogsund seiner Gemahlin im tiefsten Geheimnisse mit Friedens-anerbictungen an Moritz von Oranien nnd Barnevelt — diebeiden leitenden Staatsmänner Holland's — wandte. Indessendiese Anträge waren nur ein Verwand, die eigentlichen AbsichtenVanderhar's oder vielmehr seines schlauen Freundes Richardotgingen nach einer ganz anderen Seite. Er bot dem PrinzenMoritz Bestätigung aller seiner Statthalterschaften und eine naheVerwandte des Erzherzogs znr Gemahlin an, wenn derselbe dieaufständischen Provinzen zur Wiedervereinigung mit den gehorsamenbewegen würde. Aber der alte Diplomat, der die Angelegenheitendes Erzherzog's leitete, hatte sich doch in dem Charakter desOranier's gründlich verrechnet, der auf die Vorschläge des Geist-lichen mit soldatischer Derbheit erwiderte: er wolle seine Aemternur von denjenigen halten, die sie ihm verliehen hätten; er ver-lange von niemandem eine Frau und meine, der Erzherzog sei einzu großer Fürst, um sich zu Kupplerdiensten herzugeben. Vielmehrwerde das einzige Mittel znr Herstellung des Friedens dies sein,daß die wallonischen Provinzen die Erzherzoge nach Spanienjagten. Darauf versuchte Vanderhar, da die egoistischen Mittelnicht verfangen wollten, Moritz, Barnevelt nnd die übrigenholländischen Staatsmänner von der patriotischen Seite zu fassen,indem er ihnen darstellte, wie durch Fortsetzung des Krieges die