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Zweites K.ipitel.
gestand ein, daß er ihnen beträchtliche Geldsummen zustellte, um,wie er mit bewußter Unwahrheit sagte, denselben seine Schuldenzu bezahlen.') In Wirklichkeit waren dieselben längst abgetragen,indeß dergleichen Lügen im diplomatischen Verkehre verursachtendem Könige keinerlei Bedenken!
Heinrich ging noch weiter. In unmittelbarem Gegensatze zuden soeben an Don Baltasar gethanen Verheißungen erbot er sichden Generalstaaten, 6000 Mann vollständig für sie zu unter-halte», überdies 650,000 Thaler jährlich und selbst noch mehr zugeben, wenn sie die belgische Meeresküste zn erobern und so eineununterbrochene Verbindung mit Frankreich herzustellen versuchenwürden — eine Verbindung, die zugleich auch die Engländergänzlich von jenen Gegenden ausschließen werde. Wenn man ihmaber nach Eroberung der Küste die Grafschaft Flandern, sowie diefranzösisch redenden Provinzen der spanischen Niederlande zusage,so werde er sich selbst zu offenem Kriege gegen die Spanierentschließen, die Nepnblik mit seiner vollen Kraft unterstützen?)
Es war in der That ein verlockender Preis, um dessen willenHeinrich sich zu dem sonst noch vermiedenen Kriege gegen Spanienentschließen wollte; allein die Niederländer waren weit davon ent-fernt, ihn zu zahlen. Es war ihnen durchaus nichts daran gelegen,Nachbarn eines vergrößerten und mächtigern Frankreich zu werdenund sich noch dazu für diesen Zweck in unabsehbare und gefähr-liche Unternehmungen einzulassen. Sie lehnten also diese weiter-gehenden Anerbictungen Frankreichs unter dem Vorwande ab, daßihre Kräfte zu einem solchen Versuche nicht ausreichten. Sonstaber, des erhöhten französischen Beistandes immerhin sicher undnoch mehr erhoffend, entschlossen sie sich znr Fortsetzung des furcht-baren Kampfes, den sie nun bereits vierzig Jahre gegen die
0 KI8. Dep. Zumga'c- v. 22. März 1605 a. v. O. X. 1460.
-j Dep. Aersten's v. II. Fcpr. 1605; Doventer, Oedenlrstulvlicn vanpokan van Oiclendarnevelt. III. (Haag 1865) 15 ss.