Band 
Dritter Theil.
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Der niederländische Waffenstillstand

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gesammte Macht des spanischen Weltreiches führten. Als im Früh-jahr 1605 der Kaiser und mehrere der hervorragendsten deutschenFürsten und Reichsstädte ihre Bermittelnng zur Herbeiführungeines Friedens mit Spanien den Generalstaaten anboten, wiesendieselben jeden Bertrag weit und in den energischsten Ausdrückenvon sich ab, so lange noch in den südlichen Provinzen der Erz-herzog herrsche, den sie als „Feind der gesammtcn Niederlande"ansehen zn müssen behaupteten, st

Während in den Bereinigten Provinzen diese kriegerische Stim-mung von neuem Platz griff, begannen bei ihren Gegnern, den Spa-niern, gerade entgegengesetzte Erwägungen sich geltend zn machen.Es wurde allmählich für den spanischen Staatsschatz unmöglich, dieSumme von drei bis vier Millionen Dukaten jährlich für denflandrischen Krieg aufzubringen. Die scheinbare Ungleichheit derKräfte zwischen den beiden sich bekämpfenden Staaten wurdedurch den doppelten Umstand ausgewogen, daß einmal Spanienden Krieg über eine weite Entfernung, über das Meer hinüber,Holland dagegen denselben nur an seinen eigenen Grenzen zuführen hatte; und daß andrerseits die spanische Macht stets zugleichnach sonstigen Punkten hin gerichtet und verwendet werden mußte.Diese Thatsachen erklären zum guten Theil den überraschenden Er-folg der niederländischen Freiheitskämpfer wider ihren anscheinendso ungeheuer überlegenen Gegner. Zn allen seinen übrigen Unter-nehmungen sah sich Spanien wiederum durch diese furchtbare Lastdes flandrischen Krieges behindert, die wie ein Bleigewicht alleseine Bewegungen hemmte. Auf die Länge mußte es seine Rolleals europäische Großmacht aufgeben, wenn es alljährlich seinebesten 'Truppen, seine letzten finanziellen Kräfte gegen die „Re-bellen der Inseln" zu verbrauchen hatte. Schon im Beginne desJahres 1605 beauftragte deshalb der Staatsrath den Don Baltasar

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