Band 
Dritter Theil.
Seite
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Der niederländische Waffenstillstand.

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nachgerade die Kriegslasten geworden waren. So gingen dieGeneralstaaten im Allgemeinen auf die Voraussetzungen Albert'sein: der langjährige Freiheitskampf der Niederlande sollte durcheinen Kompromiß beendigt werden, durch welchen die Unabhängig-keit ihrer nördlichen Hälfte anerkannt, die südliche nur um so festermit Spanien verbunden würde!

Mitte Dezember 1606 gingen also Wittenhorst und Gevaertsnach dem Haag ab. Der Erzherzog bediente sich der Vollmacht,die er seit dem Ansang des Jahres von Philipp III. besaß, umdie Unterhandlungen auch in dessen Namen zu eröffnen; dochbeeilte er sich, dem Herzoge v. Lerma Kenntniß von dem Be-gonnenen zu geben. Seine Abgesandten wurden im Haag freund-lich aufgenommen.')

Trotz des Geheimnisses, das man um diese Dinge breitete,wurde Heinrich I V. sofort durch seine Spione im Haag von derAnkunft der erzherzoglichcn Agenten daselbst unterrichtet. DieseNeuigkeit versetzte ihn in nicht geringe Aufregung. Einerseits warer nicht ganz ohne Grund darüber aufgebracht, daß die Holländerüberhaupt Friedcnsverhandlungen angebahnt hatten, ohne vorhersein Gutachten einzuholen; er sah darin eine ungerechtfertigte An-maßung und eine Undankbarkeit der Staaten. Andrerseits war erüberhaupt einem flandrischen Frieden abgeneigt, da derselbe dieKräfte Spanien's für sonstige Unternehmungen frei machen undseinen eigenen Absichten auf einen Theil oder das Ganze derNiederlande ein Ende bereiten mußte. Schon im letzten Herbsthatte Sillerh deshalb alles aufgeboten, um durch die VermittelungAersfen s den Holländern wieder kriegerische Gedanken einzuflößen:werde der König sie auch nicht durch direkten Krieg unterstützen,so werde er ihnen doch durch seine Freunde, die Granbündner unddie deutschen Protestanten, mit denen er in wichtigen Verhandlungen

l) Erzh. Albert an Lerma, 21. Dez. 1606, 6. Jan. 1607; Oocum.ineclilos Xb.II! 29 1., 32 1.