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Zweites Capitel.
immer dringender vmr den Gcneralstaaten Entschädigung für seineDienste verlangte, liefen sie Gefahr, entweder durch Abtretungfester Plätze an Frankreich ihr Land zu zerstückeln oder ganz undgar an Stelle der spanischen Herrschaft der französischen zu ver-fallen, die ihnen kaum minder verwerflich schien, nachdem sie fastein halbes Jahrhundert die Borzüge der Freiheit gekostet hatten.Gewiß war es besser, einen erträglichen Frieden zu schließen, alsden beständigen Nachstellungen Frankreich's und Englands aus-gesetzt zu bleiben. „Glaubt nur", schreibt schon in den erstenWochen des Jahres l 606 Barnevelt an Aerssen, „daß mehr alsdie Hälfte der Angesessenen in den Städten und auf dem flachenLande zum Frieden neigt, und daß ich überzeugt bin, wie beiweitem Unglücksfällen auch die andern nicht alle beständig bleibenwerden." st Barnevelt hatte durchaus keine Lust, mit Frankreichdas bisherige Spiel fortzusetzen, das bei der wachsenden Kraftjenes Staates zu Ungunsten der niederländischen Freiheit endigenmußte. War es nicht besser, durch Eingehen auf die Friedens-verhandlungen die spanischen und die französischen Ansprüche ein-ander so unmittelbar gegenüberzustellen, daß weder die einen nochdie andern durchdrängen, die Sieben Provinzen ihnen beiderseitigentgehen konnten? Völlige Freiheit und Unabhängigkeit, Zurück-weisung jeder politischen, religiösen oder kommerziellen Beschränkungwaren selbstverständlich die Voraussetzungen für jeden Friedensschlußvon Seiten der Holländer.
Prinz Moritz wollte freilich nichts vorn Frieden hören, derseine auf das Heer gegründete Autorität mindern mußte, und vondem er auch höchst gefährliche Folgen für die Einheit und Freiheitdes jungen Staatswesens aufrichtig gefürchtet zu haben scheint.Um so eifriger war aus den erwähnten Gründen Barnevelt, derbürgerliche Staatsmann, für einen angemessenen Ausgleich gestimmt,und seine Meinung fand um so mehr Beifall, je unerträglicher
st 16. Fan. 1606; OeveMer, Oeäenlistniilien III. 60.