Band 
Dritter Theil.
Seite
90
JPEG-Download
 

90

Zweites Kapitel.

seines Herrn theilte. Am 2l. Januar l607 langte derselbe inParis an.

Inzwischen waren (7. Januar) die Generalstaaten im Haagzusammengetreten, und schon am l 3. wurde Wittenhorst von ihnenempfangen. Seine Vorschläge waren nur sehr allgemeiner Naturund gründeten sich hauptsächlich auf die Friedensliebe des Erz-herzogs und fein Wohlwollen für diejenigen, die von Rechts wegenseine Unterthanen seien. In dieser Gestalt aber riefen die Anträgenur allseitigen Unwillen in der Versammlung hervor; hatte mandoch auf bestimmtere Aeußerungen über eine annehmbare Friedeus-basis gehofft! Vierzehn Tage später (27. Januar) erfolgte einerund abweisende Antwort, da aus den Instruktionen Wittenhorst'shervorgehe: daß „Ihre sehr erlauchten Hoheiten (d. h. Albert undJsabella) in ihren übel begründeten Ansprüchen beharren", indemsie eine Hoheit über die Vereinigten Provinzen beanspruchen, dieallbekauntermaßen seit 25 Jahren frei und unabhängig sind undals solche anerkannt! Vielmehr richteten die Staaten lebhafteDanksagungen an den französischen König für jene Sendung von200,000 Thalern, die ihnen sehr nöthig gewesen sei; damit aus-drückend, daß sie die Fortsetzung des Krieges beabsichtigten. Zu-gleich wurde eine große Flotte unter dem bewährten Hemskcrkgegen die spanischen Küsten selbst ausgerüstet.')

Nicht erfreulicher waren die Nachrichten, welche der Erzherzogaus Paris empfing. Pecquius hatte bei seiner Ankunft daselbstalles voll Besorgnis) vor einem niederländischen Waffenstillständegetroffen, weil man in einem solchen lediglich die Brücke zumFrieden sah. Man fürchtete letztem in Paris um so mehr, alsman damals jeden Augenblick den Ausbruch des Krieges wegeuder venetianischen Angelegenheit erwartete und deshalb um so

0 Ll8. Papiere im Vol. 15955 der lVlanuscr. irgs. der Pariser National-Bibliothek. — M8. Aerssen an Billerop, 29. Jan., und Franchemont anVilleroy, 9. Febr. (ebendaselbst).