Band 
Dritter Theil.
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Zweites Kapitel.

eS sich doch unter solchen Umständen überhaupt, ob dieser Kriegnicht Frankreich mehr Opser koste als Nutzen bringe. Bei derErschöpfung aller Kräfte Holland's, bei der Friedensseligkeit derEngländer und der deutschen Protestanten mußten bei Wiederausbruchdes Kampfes dessen Lasten zum großen Theile auf Frankreich fallen,das doch einen unmittelbaren greifbaren Nutzen aus demselben nichtzog; ja es war sehr möglich, daß Frankreich zuletzt mit in denoffenen Krieg wider Spanien verwickelt worden wäre, ohne weitereBundesgenossen als die geschwächten und überdies eigennützigen undunzuverlässigen Holländer. In einen solchen Krieg aber wolltesich Heinrich nur einlassen zu einer Zeit und unter Umständen, dieer selbst zu wählen hätte, nicht die andere ihm aufdrängten; mithinreichenden und sichern Verbündeten; und endlich zu eigenemVortheil, für eigene Ziele, in umfassender und entscheidender Weise,nicht als bloßer Alliirter und Helfer für andere, die ihm schließlichkaum einen geringen Antheil an der Beute gewähren würden.Jeder Tag befestigte deshalb Heinrich IV. mehr in dem Entschlüsse,aufrichtig den niederländischen Frieden anzustreben. Welch' Ruhmfür den französischen Monarchen, wenn es ihm gelang, ebenso wiezwischen Venedig und dem Papste, so auch zwischen Holland undSpanien erfolgreich zu vermitteln, und zwar auch hier zum Vor-theile seiner Bundesgenossen! Welche Erniedrigung dagegen für dasAnsehen Spanien's, wenn dasselbe sich von seinem französischenNebenbuhler die Bedingungen vorschreiben lassen mußte, unterden^n es seine von demselben Frankreich unterstützten Rebellen alsfrei und unabhängig anerkannte, jene Bedingungen, die Spanien'sNiederlage in dem vierzigjährigen Kampfe endgültig besiegeln sollten!Im Anfang zögernd und noch einmal umkehrend schlug Heinrichdiese friedliche Politik in der niederländischen Angelegenheit baldimmer entschiedener ein.

Es handelte sich nun darum, in dem Frieden die spanischeMacht möglichst und dauernd einzuschränken.

Denn gegen die eigentlichen Absichten des Erzherzogs und