Der niederländische Waffenstillstand.
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Spanien's hegte man tiefes Mißtrauen, und zwar nicht allein inFrankreich. Die staatischen Gesandten in Deutschland wußten zumelden, daß katholische wie protestantische Stände von der Un-aufrichtigkeit der spanischen Friedcnsanerbietungen überzeugt seien.Zumal die Protestanten meinten: „daß der römischen Liga un-veränderliches Vornehmen sei, die Religion und die Freiheit nichtallein mit den Waffen, sondern vorzüglich mit listigen Friedeps-verhandlungen auszutilgen!"') — „Alan mag wohl argwöhnen",schreibt der englische Premierminister Salisburh an Sir CharlesCornwallis, „daß Spanien entweder es nicht aufrichtig meint, oderdaß dasselbe irgend einen großem Plan zur Veränderung desKriegsschauplatzes ausbrütet.") — Nicht anders waren auch dieAnsichten Heinrich's IV.: „Wer die Artikel dieses Vertrages reiflichbetrachten und prüfen will, wird in einigen finden, daß Heimlich-keiten darin versteckt und daß sie zu andern, Zwecke abgefaßt undniedergeschrieben sind, als sie den Anschein haben und von denStaaten aufgefaßt wurden.... Dieser Friede wird den SpaniernMittel, Vorwaud und Möglichkeit geben, Intriguen und Spaltungenhervorzurufen unter diesen schon allzu sehr unter einander uneinigenund getheilten Völkern." Besonders fiel es dem Könige auf, daßder Erzherzog mit den Staaten verhandeln wollte, nur „als ob siefrei und unabhängig wären;" dadurch schien ihm für jenen eineHinterthür offen gelassen, diese Anerkennung nachträglich wiederzurückzunehmen") — die sonst aller Welt unerklärlich erschien. Vorsolchen Listen wollte Heinrich durch seine Dazwischenkunft die Hol-länder bewahren.
Deshalb ernannte er, obwohl von dem Erzherzoge nicht dazuaufgefordert, zwei Abgeordnete zu den bevorstehenden spanisch-hol-
1) Depeschen Henr. van Bilderbcke's aus Köln, 10. April, und Pictervan Brederode's aus Heidelberg, 10. Mai; Oeventer, OeOenIcst. III, 117 ll.
2) A April (ähnlich auch A April); Mmv. lileiu. II, 802, 306.
Jnstr. an i?a Bodcrie, 14. April; 1-. ,u. VII. 181 l.