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Wenn auch Heinrich IV. anf die dringenden Bitten der General-staaten diesen die fälligen 200,000 Thaler auszahlte, so hatte sichPecquius doch überzeugt, daß der französische König einem billigen,die Unabhängigkeit und Sicherheit der Bereinigten Provinzen ge-währleistenden Frieden nicht abgeneigt sei. si Nicht wenig hattedazu die Wahrnehmung beigetragen, daß die Engländer, um sichbei dem Erzherzog und den Spaniern in Freundschaft zu erhalten,denselben den Glauben beibringen wollten, als ob nur Frankreichbestrebt sei, zu ihrem Schaden die Friedensverhandlnngen zu durch-kreuzen?) Um so mehr war Heinrich auf deren Förderung an-gewiesen. So konnte der Erzherzog vertrauensvoll die Unterhand-lungen wieder aufnehmen. Der Audieneier Vereyken wurde nachdem Haag gesandt, um den Generalstaaten die königliche Ratifikationzu überbringen und weiter mit ihnen zu verhandeln, vor allemdie Rückbcrufung der an der spanischen Küste stationirten hollän-dischen Flotte zu verlangen.
Indeß die grobe List des spanischen Monarchen entging denHolländern nicht. Abgesehen davon, daß in der Ratifikationsurkundedie wichtige Klausel in Betreff der Souveränität und Unabhängig-keit der Vereinigten Provinzen fehlte, wurden die Erzherzoge darin„Herren der Niederlande" — ohne Einschränkung — genannt;ferner war sie Vo ei He/p („Ich der König") unterzeichnet — eineFormel, die sonst nur Unterthanen gegenüber angewandt wurde;und endlich war sie anf Papier und nicht auf das für Staats-dokumente gebräuchliche Pergament geschrieben. Die Urkunde wardalso als ungenügend zurückgewiesen und eine neue gefordert; zu-gleich riefen aber die Generalstaaten, um einen Beweis ihrerFriedensliebe zu geben, ihre Flotte aus der Nachbarschaft Spanien'sab (9. August). Vereyken mußte unverrichteter Sache nach Brüssel
>) IVI8. Dep. Pecquius' v. 10. Juli (Brüssel, ^.rck. clu kwz-aume, Neg,<ls I'rance III).
2) Puusieux an La Boderie, 20. Juli; I-citres » lu voäerie, I. 197.