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Zweites Kapitel
zurückkehren und von hier aus noch einmal nach Madrid reisen,um ein befriedigenderes Ratisikationsinstrument von dem Königezu erlangen. Der Erzherzog, der in den ganzen Verhandlungenim günstigsten Lichte als ein Mann voll aufrichtiger und fried-fertiger Gesinnung erscheint, schrieb unumwunden an Lerma: „Se.Majestät muß sich nothwendiger Weise zu einem von beiden ent-schließen: entweder diese Friedensnegoziationen fortzusetzen unterder Bedingung (der Unabhängigkeit), welche die Holländer verlangen;oder aber den Krieg weiterzuführen mit gebührender Fürsorge fürdessen Erfordernisse, und zwar in dein Umfange und mit der Pünkt-lichkeit, die ich stets Sr. Majestät als unentbehrlich vorgestellt habe."Der Erzherzog verschwieg nicht, wohin seine Neigung ging. „DerFriede ist jetzt offenbar nicht zu erhalten ohne die Klausel, welchedie Holländer verlangen, und die man wahrscheinlich mit andernBedingungen, deren Erlangung zu hoffen ist, wird beschönigenkönnen. Den Krieg dagegen weiter zu führen, halte ich für un-möglich, wenn Se. Majestät nicht wenigstens 300,000 Dukaten')monatlich vorschießt, und zwar mit thunlichster Pünktlichkeit."Darauf setzte der Erzherzog die Schwierigkeit dieses Kampfes mitso beredten Worten auseinander, daß sein Zweck klärlich der war,Lerma von einem solchen abzuschrecken. Immer wieder betreibt erdie schleunige Einsendung der geforderten Ratifikation, da ohne siedie Verhandlungen keinen Schritt vorwärts thun könnten; „umGottes Willen" — p>or umor äo I)io8 — beschwört er (7. Sept.)Lerma, schnellstens auf eine oder die andere Weise für den Dienstdes Königs Sorge zu tragen.
Anfang September kam der Franziskaner-Kommissar Nehmvon Madrid nach Brüssel zurück, ohne bestimmte Aufträge, abermit einer Fülle friedlicher Versicherungen seitens des spanischen
') Im gedruckten Texte steht 30,000 Dukaten — eine ganz unzureichendeSumme; es muß offenbar 300,000 D. heißen. — Erzh. Albert an Lerma,21. Aug. p. 67 ff.