Band 
Dritter Theil.
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Zweites Kapitel.

zu binden gedachte, von dein er noch immer eine Wiederaufnahmeder ihm so theuern Heirathsnegoziationen erhoffte. Diese Entdeckungwar einestheils entmuthigend, da man so der englischen Hülfeverlustig ging; andrentheils war aber Heinrich nun der Holländergewiß, weil diese, auf ihn allein angewiesen, unbedingt sich ihmzu nähern suchen mußten. Aus beiden Gründen ließ er die Ver-handlungen über ein holländisches Bündniß nur in ziemlich verlang-samten Tempo fortsetzen. si

Diese Umtriebe des französischen Königs blieben trotz desGeheimnisses, mit dem sie umgeben wurden, den belgischen Staats-männern nicht verborgen. Kein Wunder, daß sie trotz aller baldfreundschaftlichen bald entrüsteten Proteste Heinrich's an dessenunparteiische oder gar für Belgien geneigte Gesinnung nicht' glaubenwollten. '-) Es mußte sie in dieser Ansicht nur bestärken, wennsie sahen, welche Mühe derselbe sich gab, Trennung und Feind-seligkeit zwischen dein Erzherzoge und den Spaniern hervorzurufen.In jeder Audienz versicherte er, wie großes Vertrauen er auf denerster» setze, während er von Madrid allerdings nichts Gutes erhoffe.')

Die Lage Albert's war in der That keine angenehme. DieHolländer trotzig, England unsicher, Frankreich unter heuchlerischenFreundschaftsversicherungen feindlich, Spanien stumm und miß-trauisch — das war eine unbehagliche Situation! Zugleich langtenauch von Rom, auf welches die Glieder des Hauses Oesterreichmit so vieler Achtung zu hören gewohnt waren, lediglich Klagenund unwillige Aufforderungen an. In der Person des Erzbischofsvon Nhodus in purtituw, Guido Bentivoglio, erschien ein neuerNuntius in Brüssel, der von Seiten Sr. Heiligkeit sich bitter zubeschweren hatte, weil Ihre erlauchten Hoheiten die Erzherzoge sosehr nach den: Frieden begierig wären, daß sie nicht daran dächten, in

1) cv, peannin (Netitot II, XII.)

2) Bernp an Ieannin, 16. Sept.; ebenda), p. 365.2) L-ls. Dep. Pecquius' v. 1. Okt (Brüssel).