Band 
Dritter Theil.
Seite
118
JPEG-Download
 

118

Zweites Kapitel.

aufbürden werde; seilte aber Jakob Schwierigkeiten machen, müsseman auch ohne ihn abschließen. Als Grundlagen für den beab-sichtigten Vertrag bezeichnete Heinrich: Stellung von 6—8000 Fran-zosen für die Holländer, wenn diese angegriffen würden; Stellungholländischer Kriegsschiffe oder des entsprechenden Betrages in Geld,nach französischer Wahl, wenn Frankreich sich vertbeidigen müsse;und zwar sollte der Geldwerth der holländischen Hülfe nur dieHälfte der französischen betragen. Werde es aber jetzt nicht znmFrieden und demgemäß das Bündnis; gar nicht zu praktischer Gül-tigkeit kommen, so erbot sich der französische König den Staatendas Doppelte von derjenigen Hülfeleistung zu gewähren, die Jakob I.ihnen bewilligen wolle — denn ganz frei dürfe dieser auch nichtausgehen. Villeroy erläuterte diese Verheißungen seines Königs,indem er dieselben als noch nicht endgültige, gewissermaßen alsMinimalanerbietungen bezeichnete; je nachdem die Staaten ihreAngelegenheiten betreiben und sich gegen Frankreich benehmenwürden, könnten sie auch von letztem: Gunst und Genugthuungerhoffen.

Diese Erklärungen der französischen Regierung, obwohl vielmäßiger und beschränkter, als Barnevelt'ö Entwurf, fanden inHolland sehr freundliche Autnabmc. Denn bei dein steten Miß-trauen, das man hier gegen Spanien empfand, mußte es auf alleFälle im holländischen Interesse liegen, auf die Hülfe Frankreich'smit Sicherheit und unter jeder Bedingung zählen zu tonnen. Inder That würde der Abschluß des französisch-holländischen Bünd-nisses in wenigen Tagen erfolgt sein, wenn man nicht auch dieAntwort Iacob's I. auf die holländischen Anträge hätte erwartenwollen; und viese verzögerte sich von Tag zu Tag. Da die Eng-länder immer neue Ausflüchte ersannen, um unter anscheinendliebenswürdigen Wolken die Theilnahme an dem Vertrage von sichabzuwälzen, so drang endlich Heinrich darauf, daß Ieannin „dieSache mit den Staaten znm Abschluß und in Sicherheit bringe,auch ohne sie." Die Holländer schlugen jetzt den Franzosen noch