Band 
Dritter Theil.
Seite
129
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Der König hatte sick nickt in der Hoffnung getäuscht, daßAlbert und Isabella — die selber stets die völlige Trennung derNiederlande von Spanien als die beste Lösung für die niederlän-dischen Wirren herbeigewünsckt hatten — mit Freuden auf seinenVorschlag eingehen würden. Am 9. Januar l608 nahm Peegnius,nachdem er seit einem Vierteljahr ihn absicktlich vermieden hatte,Audienz, um ihm die hohe Genugthuung seiner Herrscher über dieseEröffnung auszudrücken; dieselben seien bereit, ihren ganzen Ein-fluß in Spanien in diesem Sinne zu verwenden. Heinrich em-pfand darüber lebhafte Befriedigung, der er in heitern WortenAusdruck gab; doch ersuchte er das erzherzogliche Paar, über dieseSache ein allseitiges Schweigen zu beobachten, bis erst der Papst,der von der Angelegenheit längst unterrichtet sei, seinen Entschlußüber dieselbe.kundgegeben habe. Cotton wiederholte später dieseAufforderung des Königs an PeeguinS, und Villeroy bemerktediesem: Ihre Hoheiten möchten selbst nach Spanien nickt überdie Heirathsfrage schreiben, bis der Allerchristlichste König Nachrichtaus Rom habe. — Unter den französischen Gesandten wurde derPlan ausschließlich dem in alle Geheimnisse der königlichen Politik

Heirathsangelegenhcit ursprünglich vom Papste uud von Spanien ausgegangenwar, ohne gerade auf den nächstvorliegendcn Plan zu verweisen. Barberiniaber, noch dazu vvn Heinrich IV. dazu gedrängt, bekennt sich nur als Urheberder Idee von der Vermählung der beiden junger» Prinzen überhaupt, sagt aberkeineswegs, daß auch der Entwurf der Errichtung einer flandrischen Setündo-genitur zu deren Gunsten von ihm herrühre. Daß aber der Urheber diesesletztem Borschlages Heinrich IV. selbst war, wird von allen sonstigen Bericht-erstattern ausgesagt — wie Pcrrcns auch zugiebt — und stets wieder hervor-gehoben. Wir haben also keinen Grund, daran zu zweifeln; und um so weniger,als es bei weitem wahrscheinlicher ist, daß ein solcher Gedanke von dem fran-zösischen Könige ausging, der ein besonderes Interesse an der TrennungFlandern's von Spanien hatte, als von der Kurie, der er sicher zunächst alseine Erschwerung der dringend gewünschten Heirathsverbindung zwischen Spanienund Frankreich erscheinen mußte! — Ucbcrhaupt fördert Perrcns in dem an-geführten Buche nur durch die Fülle nützlichen Materials; seine Darstellungdagegen ist zu einseitig in ihren Quellen, höchst willkürlich in der Anordnungder Thatsachen und überdies flüchtig, so daß Perrons sich häufig grobes Miß-verständnis; der italienischen Texte zu Schulden kommen läßt.m. v