Zweites Kapitel.
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eingeweihten Ieannin mitgetheilt. Doch deutete Heinricb auch demeinstweiligen spanischen Geschäftsträger in Paris, Irraraga, seinenGedanken in dessen eigentlichem Kernpunkte an: er halte es fürdas Beste, die Niederlande gänzlich von Spanien zu trennen undsie einem völlig unabhängigen Fürsten zu geben; dann wurden sichauch die Holländer wieder mit den südlichen Provinzen vereinigen.Wie ernst die französischen Staatsmänner es mit dieser Angelegen-heit nahmen, beweisen die Einzelheiten, in die Billeroh bereitsgegen Pecqnius einging: wenn es zu der besprochenen Verbindungkäme, müsse überlegt werden, was man mit den Niederlanden fürden Fall machen würde, daß die spanische Krone an den zweitenSohn oder dessen Nachkommen gelange; denn es sei die feste Ab-sicht des französischen Herrschers, diese Lande vermittelst des be-sprochenen Abkommens für immer von der spanischen Krone ge-trennt zu erhalten?)
Man sieht, dies letztere war Heinrich's eigentliches Ziel —freilich ein ganz anderes, als der Papst und das madrider Kabinettsich bei der spanisch-französischen Zwischenheirath gesetzt hatten.Während die letztem bezweckten, durch dieselbe eine enge Vereinigungzwischen Frankreich und Spanien zum Behufe einer nachdrückliche»katholischen Interessenpolitik herbeizuführen, gebrauchte Heinrichdiese Eventualität nur als Deckmantel seines eigentlichen Planes,der in strenger Folgerichtigkeit seines ganzen seit dem Jahre I5!)8beobachteten Verfahrens lediglich darauf ging, durch eine solcheVermählung Spanien das alte burgundische Erbe völlig zu entziehenund damit den Druck zu beseitigen, welchen die spanischen Be-sitzungen der Niederlande und der Freigrafschaft auf Frankreichübten. Weit davon entfernt, eine Stärkung der spanischen Machtherbeiführen zu wollen, hatte er vielmehr hier wie überall nur deren
L1>i. Dep. Pecguius' vom 9. >2. Jan. 1608 (Brüssel). — Ns. Dep.Irraraga's v. 2. Jan. (Paris). — Bergt. Instruktion an Ieannin v. 10. Jan.;vetilot, leiämoires, II, XIII, 144 f.