Band 
Dritter Theil.
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Zweites Kapitel.

gesetzt hatte — als wollten sie ihn durch die Hcirathsverhandlungeunur mit seinen holländischen Freunden überwerfen — wurde immerstärker. Der König sprach unverhohlen gegen seine Vertrauten dieMeinung aus, daß Spanien mit seinen Heirathserbietnngen Fran-zosen wie Engländern nur schmeicheln und sie täuschen wolle, daes sicher die älteste Infantin an keinen mächtigen Prinzen außer-halb des eigenen Hauses verheirathen würde, bis dem Prinzen vonAsturien Nachkommenschaft gesichert wäre.') —

Die spanische Gesandtschaft in Paris, die freilich noch ohneInstruktionen von Madrid war, dachte zunächst durchaus ungünstigüber den ganzen Vorschlag des französischen Königs. Man sagtedort Ubaldini: es genüge einmal die Thorheit der InvestiturFlanderns an den Erzherzog begangen zu haben, man werde sichderselben nicht noch einmal schuldig machen, höchstens eine spanischeProvinz in Italien einem jüngern Sohne des Königs geben'st.Aber der glühende Patriotismus, welcher entschuldbarer Weise dieSpanier im Auslande über die Nothwendigkeiten der Lage ihresunglücklichen Vaterlandes täuschte, vermochte nicht die Staatsmänner,die sich im Mittelpunkte der Regierung befanden und denen dertraurige Ernst der Verhältnisse täglich nur allzuklar wurde, zuverblenden. Wenn man von Madrid aus nicht unverzüglich aufdie Heirathseröfsnungen des französischen Königs geantwortet hatte,so war daran nicht übler Wille schuld, sondern nur die entsetzliche,durch nichts zu erschütternde Langsamkeit der spanischen Regierungs-maschinerie. Erst am 30. März 1608 schritt der Staatsrath zurErwägung der französischen Vorschläge, die ihm seit den erstenTagen des Februar aus Rom übermittelt worden waren; freilichlauteten sie noch, der ursprünglichen Haltung des französischenKönigs gemäß, auf eine Unterstützung Spanien's zur Unterwerfung

0 Jnstr. an Jeannin v. 10. Jan. 19. März; XIII. 145. 298. — Dep.Ubaldini's v. 23. 27. März ?. 97. — IVI8. Dep. Pecquiuö' v. 26. März (Brüssel).2) Dep. Ilbaldim'i- v. 27. März p. 96.