Band 
Dritter Theil.
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Zweites Kapitel.

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rich IV. mehr als einen einzuschüchternden Gegner denn als einenzu gewinnenden Freund betrachtete. Wirklich war man in Madridüber das französisch-holländische Bündnis; recht aufgebracht, undder Herzog von Lerma ließ durch den päpstlichen Nuntius in Madridseine Klagen an llbaldini in Paris gelangen.

Während so die zuerst aussichtsreichen Aspekten des französisch-spanischen Hcirathsbündnisses schnell durch immer düsterere Wolkenverdunkelt wurden, lebte der Papst noch der frohen Hoffnung, denlange gehegten Wunsch der Kurie auf eine Vereinigung der beidenkatholischen Großmächte sich verwirklichen zu sehen. So langeman ihn auch aus Spanien auf Antwort warten ließ, so kühl auchselbst Erzherzog Albert sich über den Heirathsplan ausdrückte:Paul V. war doch eifrig auf denselben bedacht. Seine sonst über-wiegend spanische Gesinnung verhinderte ihn nicht, sich in Bezugauf die Trennung Flandern's von Spanien völlig auf den franzö-sischen Standpunkt zu stellen. Er hielt jene für unbedingt nöthig,wenn eine dauernde und zuverlässige Allianz zwischen den beidenKronen zu Stande kommen solle.')

Inzwischen gaben auch Heinrich IV. und Villeroy an llbaldinidie beruhigendsten Versicherungen wegen des Vertrages vom 23. Ja-nuar. Dieses Bündnis;, sagten sie, könne nicht den mindestenGrund zur Klage geben, denn es ist nicht mit Rebellen gegen dieSpanier, sondern mit den Freunden der'letztem abgeschlossen, daals solche die Holländer nach dem niederländischen Frieden gehaltenwerden müssen — und nur für diesen Fall ist es ja überhauptgültig. Es ist bestimmt, die Holländer zu einem vernünftigenFrieden zu bewegen, indem es ihnen denselben verbürgt; weshalbauch Erzherzog Albert nicht das mindeste Mißfallen darüber gezeigthat. Die französischen Staatsmänner schlössen diese wenig auf-richtigen Darlegungen gewöhnlich mit der sittlich pathetischen Be-

'1 ?N8. Fnstr. an Ortemberg, > 4. März, u. Dep. Ortemberg's, 12. April;Brüssel.