Band 
Dritter Theil.
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Zweites Kapitel.

Frieden leiste, auszudrücken. Ossuna selbst war durchaus für denGedanken der französisch-spanischen Heirathen eingenommen.') Daßes Albert mit dem Lobe Ieannin's Ernst war, bewiesen die höchstfreundlichen Bemerkungen, die er über denselben in seiner amt-lichen Korrespondenz nach Spanien äußerte. Auch der Erzherzogbegann nun, im Vertrauen auf die französische Freundschaft, sichmit dem Gedanken eines Bruches mit den Holländern vertrauterzu machen. Er ersuchte Lerma eifrigst, ihn für diesen Fall mithinreichenden Mitteln zur kräftigen Wiederaufnahme der Feind-seligkeiten zu versehen?) Vergebens boten die pariser Staats-männer alles auf, um die Spanier zur Friedfertigkeit zu bewegen,ohne darüber deren beginnende Freundschaft aufs Spiel zu setzen.Villeroy erklärte Pecqnius: Die Ankunft eines außerordentlichenspanischen Botschafters in Paris und der ernstliche Beginn derHeirathsverhandlungen dürften nicht verhindern, den niederländischenFriedenstraktat weiter zu verfolgen. Könnten ja jene Heirathsver-bindungen ihre Wirkung ebenso gut im Friedens- wie im Kriegs-falle ausüben, und vielleicht im erstem noch mehr als im andern;da, wie er mit verhüllten Worten zu verstehen gab, die hollän-dische Republik ihrer ganzen Form und Einrichtung nach unmöglicheine lange Dauer haben könne, vielmehr sich in verschiedene Par-teien spalten und aus einander fallen müsse, worauf man ihr danneine monarchische Verfassung geben werde?) Selbstverständlichwar dieser dem Anschein nach wenig wohlwollende AusspruchVilleroy's über die Lebensfähigkeit der holländischen Republik nichtallzu ernstlich gemeint, sondern bezweckte im Grunde nur, dieSpanier friedlich zu stimmen und doch Vertrauen auf Frankreichbei ihnen hervorzurufen. Uebrigens rieth der französische Monarchauch den Holländern — die vor kurzem noch erklärt hatten, lieber

st ^18. Dep. Pecquins' v. 2. April (Wien).

2) Erzh. Albert an Lerma, 7. 29. April; p. 91. 93 f.st LI8. Dep. Pecqnius' v. II. Mai.