Der niederländische Waffenstillstand.
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Die hoffuungsselige Stimmung, in welcher die Kurie sich betreffsder Nermahlungsangelegenheit fortwährend befand,') wurde nundurch die Nachrichten über die erste geheime Audienz Don Pcdro'sin Fontainebleau auf das unangenehmste gestört. Jedermann wareinstimmig im Tadel Villafranea's, dessen anmaßende Heftigkeitfast alle Aussicht auf einen Erfolg der päpstlichen Wünsche undAbsichten vernichtet hatte. Der Kardinal Barberini eilte zu Brcves,um ihn laut und ausdrücklich zu versichern, wie er gern eingestehe,daß er und nicht der König der Urheber der Heirathspläne gewesensei. Nachdrücklicher und direkter äußerte der Papst selbst sich überDon Pedro gegen BreveS in einer Audienz vom 5. August. Paul V.war außer sich vor Zorn über die „Anmaßung", mit der DonPedro den König gleich im Anfange mit Klagen und Forderungenüberschüttet habe, die nicht einmal er, der Papst, sich erlaubendürfe; über die „Unverschämtheit" von des Marques Behauptung,der König habe die Heirathspläne veranlaßt, während doch er selbstbereit sei, vor der ganzen Welt zu bezeugen, daß Barberini under — der heilige Vater — aus Rücksicht auf das allgemeine Wohlder Christenheit diese Unterhandlungen angeregt hätten. — KeineFrage, daß Paul V. wirklich höchst aufgebracht war über dieUngeschicklichkeit, mit der Don Pedro seine liebsten Pläne zu ver-eiteln drohte; aber sehr wahrscheinlich hat der Papst seinem Grimmedeshalb einen so lauten und ungezügelten Ausdruck gegeben, umden französischen Herrscher zu versöhnen, demselben die Unschuld derKurie an diesen spanischen Extravaganzen zu erweisen und ihn denfriedfertigen Mahnungen des Nuntius um so zugänglicher zu machen.Den lobte Paul über alles und fügte hinzu: er hoffe, daß Ubaldiniden Don Pedro künftig im Zaume halten und auch das mit Rechtaufgeregte Gemüth des Königs beruhigen werde. Im Grundewünschten ja die Spanier nichts sehnlicher als die Heirath zwischen
') K18. Cons. des span. StaatSr. v. IN. Sept. (Paris) nach einer Dcp.Aytona'S v. 4. Aug.