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Don Carlos und Madame Christine, selbst mit der LostrennungFlandern's — wie der heilige Vater diese Unwahrheit vor seinemGewissen rechtfertigen konnte, bleibe dahingestellt! Endlich über-häufte er den französischen Herrscher und dessen Politik mit Lob-sprüchen, die zu lebhaft und vom päpstlichen Standpunkte aus zuunbegründet waren, nur nicht berechnet zu sein, sprach sein vollesVertrauen auf dessen Frömmigkeit und Güte aus und verhieß,den König von Spanien und den Erzherzog zu schleunigem Ab-schlüsse des Friedens mit den Holländern zu ermähnen, wenn diesenur die freie Ausübung des katholischen Kultus zugestanden. —Breves war scharfsichtig genug, um den wahren Grund von Paul's V.plötzlicher Zärtlichkeit für seinen König zu erkenne»; er antwortetedeshalb dem Papste lediglich mit Zusichcruugeu von Heinrich's löb-licher Gesinnung, ohne sich irgend zu binden oder auch mir Hoff-nung auf eine günstigere Wendung der Heirathsvcrhandlungcn zugeben.') In der That handelte Paul ganz anders, als er Brevesversprochen hatte. Anstatt nach der Absicht Heinrich's IV. erst denspanisch-holländischen Vertrag zu Stande zu bringen und dann dieVermählungen zu betreiben — ging er vielmehr auf die spanischenAnschauungen ein und ermähnte den Erzherzog AlbeA, durch För-derung der Heirathsvcrhandlungeu einen günstigen Einfluß aufden niederländischen Traktat zu üben.") Indeß mit solchen Künstenwar einem Staatsmanne von der Geschicklichkeit und dem Scharf-blick Heinrich's IV. nicht beizukommen. Er ließ sich von demWege, den er sich einmal vorgezeichnet hatte, weder durch Dro-hungen noch durch trügerische Freundlichkeiten abbringen. Es standjetzt fester bei ihm denn je, den anmaßenden und unzuverlässigenSpaniern die alten Freunde und Verbündeten Frankrcich's nichtzum Opfer zu bringen.
Er hatte noch einen andern Pfeil auf seinem Bogen. Im
') Dcp. Brcveö' v. 3. 7. Aug.; 3iri l. 5i6 ff. I'crreu-; 43. 64. I3Ü. 142.-) N3. Dcp. Ortniikcrg'il v. 9. Aug. (Pnissclp