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Zweites Kapitel.
Holländer die Religionsfreiheit mündlich versprechen, niemals aberin dem Vertrage selbst. In ziemlicher Erregnng trennten sich derKönig und der Gesandte.')
Alan sieht, wie unter der Einwirt'ung des feindseligen Be-nehmens der Spanier Heinrich sich immer mehr von ihnen ab-wendet. Zuerst hatte er versprochen, im Falle der flandrischen Hei-rat!) von den Holländern seine Hand abzuziehen; jetzt verwarf er diesals schimpflich. Früher hatte er verheißen, seinen Ginfluß zur Durch-setzung der Religionsfreiheit in Holland anzuwenden; jetzt sprach ersich mindestens sehr zweideutig über diesen Gegenstand aus. Auch diedeutschen Protestanten ließ er nunmehr über die Ankunft Don Pedrode Toledo's durch den Herzog von Bouillon beruhigen; der Königwerde stets des Unterschiedes zwischen alten und neuen Freunden ein-gedenk sein. Er verhehlte seine Mißstimmung über Villafranea durch-aus nicht. In den höheren Kreisen in Paris liefen so genaue Ver-sionen über die erste Audienz Toledo's und sein unbefriedigendesVerhalten um, daß nur der König selbst sie verbreitet haben konnte.Das niedere Volk aber gab seinen Haß gegen die Spanier nnver-hülit kund, und fast täglich kam es zu bisweilen blutigen Streitigkeitenzwischen den Parisern und des Marques Begleitern und Dienern. H
Die Entscheidung war getroffen; den Wünschen undVersuchen des Papstes gegenüber verblieb Heinrich aufSeiten der Holländer wider Spanien. Heftiger als je warnun sein Haß gegen das letztere wieder entbrannt. Er sagte,jedermann, der ihn hören wollte, daß der Katholische König un-aufrichtig handle und nicht den Frieden beabsichtige, und schienmehr und mehr sich zu kriegerischen Anschauungen zu bekehren.H
In der That, immer drohender wurden die Aspekten, alle
>) US. Toledo au Prada, 15. August (Paris). — KI8. Dep. Pecquius'v. 16. August (Brüssel).
2) Christian v. Anhalt an Äurpfalz, 16. August; Hitler, Briefe u. Akten,II. 72. — I/L«toilc, /«urnsl cle Ilsnr)' IV., August 1608.ltz N8. Dep. Toledo's v. 7. August.