IM
strengungcn, d. h. niederländische Städte oder Landstriche: nur denZeitpunkt dieser Eröffnungen zu wählen, überließ er seinem Be-vollmächtigten. Ja er trug demselben aus, umfassende Bestechungenan holländische Staatsmänner zu geben, besonders aber Summenin beliebiger Höhe denjenigen zu versprechen, die dem Könige zurHerrschaft über die Bereinigten Provinzen verhelfen würden!')Diesen Staat also, für welchen der König fortwährend die reinsteLiebe, das uneigennützigste Interesse bekundete, betrachtete er dochnur als seine Beute, die auf dem einen oder dem andern Wegeihm anheimfallen müsse! Jedenfalls aber hatte er dabei die erbit-terte Feindschaft der Spanier zu erwarten.
Wirklich mißtraute Erzherzog Albert gerade jetzt dem franzö-sischen Herrscher mehr denn je. In privaten Schreiben bezeichneteer dessen Bermittelung als unaufrichtig und deshalb unwirksam.Es war ein Irrthum, wenn Toledo den Erzherzog für noch immerübermäßig friedfertig hielt und die Besorgnis; aussprach, mankönne in Brüssel mit der Nachgiebigkeit gegen die „Rebellen" zuweit gehen; gerade das Gegentheil war der Fall. Vielmehrschloß Albert, über die schroffe und unnachgiebige Haltung derHolländer erbittert, sich immer mehr der Kriegspartci an, zu derja auch der Marques gehörte, und die in Spanien selbst geradejetzt ihr Haupt gleichfalls wieder erhob. Man konnte in Madridwahrnehmen, wie bei Erwähnung der Thatsache, daß Philipp III.die Bereinigten Provinzen als freien Staat anerkannt habe, dieleitenden Staatsmänner schlau lächelten, ja offen sagten: das seiwohl ein schlechter Scherz, ihr König habe das nie im Ernste ge-than, und es sei ein Hohn zu denken, daß er je dergleichen thunwerde. Es wurde aus diesen und andern Worten und Ereignissenklar, daß allerdings die spanische Regierung den Gedanke» an einen
') Instr. für Jeaiiui», 6. Aug. 1608-, XI. 495 w-) KI8. lLrzh. Albert an Toledo, 5. August iParis, Nat.-Arch. X. I16I>.— Lt8. Tep. Toledos v. >5. August.