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Zweites Kapitel.
lich sehen würde; anstatt dessen besuchte er sie in den ersten dreiWochen nur ein Mal. Dafür enthielten sich aber auch die Minister,Prinzen und Herrn jedes Verkehres mit dem Marques, der wie einVerstoßener in ärgerlicher Abgeschiedenheit lebte. Freilich glaubte er,daß der König den Ministern ausdrücklich jeden Umgang mit ihmverboten habe. „Von diesem Könige", schrieb er voll Wuth nachMadrid, „muß Spanien sich auf das schlimmste gefaßt machen."')
Ubaldini sah ein, daß auf diese Weise nicht vorwärts zukommen war, ja daß ein vollständiger Bruch zwischen Frankreichund Spanien bevorstand. Er suchte deshalb die Unterhandlungenauf ein anderes Terrain zu verpflanzen, einen Mittelweg zwischenden beiderseitigen Absichten zu finden. Die Spanier wünschtenerst die Heirathcn, um dann freie Hand gegen die Holländer zuhaben; die Franzosen erst den niederländischen Frieden, um dieVermählungen ohne Verletzung ihrer Bundespflichten abschließenzu können. Der Nuntius gedachte nun, die beiden Angelegenheitenvöllig zu sondern; man könne ja doch versuchen, die Heirathcn ohneBeziehung zu dem FriedenSwerk zu behandeln, wenigstens diezwischen dem Dauphin und einer spanischen, dem Jnfanten Philippund einer französischen Prinzessin. Auch war Don Pedro mitdieser Auskunft ganz zufrieden, die allen protestantischen Verbün-deten Heinrich's die lebhafteste Besorgnis; und grenzenloses Miß-trauen eingeflößt und so den Zwecken Spanicn's gedient habenwürde. Aber aus eben demselben Grunde wollten die Franzosenvon Ubaldini's geistreicher Idee nichts wissen. Schon fürchtetederselbe aus diesen Verwickelungen einen Kriegsbrand hervorgehenzu sehen, der sich über die ganze Christenheit erstreckte „und sichmit einer Sündfluth unseres Blutes nicht löschen lassen würde."-)
Wie wenig selbst Villeroy, der ultramontanste und spanischste
') Dep. Pecquius' v. 18. Aug.; veventer, OeäeiMst. III. 250 11. —IN8. Dep. Tolcdo'S v. 19. Aug. < Paris).
2) Dep. Ubaldini's v. 19. Aug.; 1'errens 104 11. und Liri I. 518 15.