Band 
Dritter Theil.
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Zweites Kapitel.

Hm. v. Breves und der gewichtigen Unterstützung des heil. Vatersübergeben').

Das war allerdings eine nur durchsichtig umkleidete Abwei-sung, die zugleich dem Papste bei dem sehr unsicheru Stande derniederländischen Verhandlungen keine sehr heitern Aussichten aufdas Gelingen der Heirathsangelegenheit selbst eröffnen kennte.Auch der bisher unermüdliche Ubaldini verlor seine Zuversicht.Die beiden Parteien waren jetzt weiter von einander entfernt, alsjemals. Don Pedro hätte sich im Beginne zum Abschluß der Hei-rathen mit dem bloßen Versprechen Heinrich's begnügt, Flanderngegen die Holländer unterstützen zu wollen; jetzt sagte er offen,man werde überhaupt Flandern nicht von Spanien trennen, wennnicht vorher die Holländer unterworfen seien. Der König vonFrankreich hätte sich zuvor mit der Zusage zufrieden gegeben, daßman Flandern unabhängig machen werde, und darauf die Hollän-der einfach nicht mehr unterstützt; jetzt wollte er Flandern rechtlichund thatsächlich von Spanien geschieden sehen, ehe er seine Hal-tung gegen die Holländer auch nur im Mindesten änderte. Gabes doch auch am französischen Hofe eine einflußreiche Kriegspartei,die auf das Lebhafteste dahin wirkte, mit Savoyen und den Hol-ländern vereint — die beiderseits sehr bereit dazu waren — mitSpanien zu brechen. An der Spitze dieser Partei stand der Herzogvon Sully, mit seinem Freunde Lesdiguieres der entschiedensteGegner Spaniens, des Papstes und ihres ganzen Anhanges.„Die Stärke Spaniens", schreibt er in dieser Zeit an Jeannin,„besteht nur noch in Trotz, Ruhmredigkeit und dem altüberkomme-nen Ansehen." So war er höchst ergrimmt darüber, daß man„schöne Gelegenheiten" zum Beginne des Entscheidungskampfesgegen den spanischen Erbfeind vorübergehen lasse, eines Kampfes,den er noch ungeduldiger herbeisehnte als fein Herr. „Ich weißnicht", sagte er, „ob wir mit diesem Hang zur Ruhe das Uebel

tz Dop. UbcUdini's v. 17. Scpt.; I'errens 151.