Band 
Dritter Theil.
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Der niederländische Waffenstillstand.

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6s hatte sich herausgestellt, daß Don Pedro, in vollkommenemGegensatze zu der gleich anfangs von ihm aufgestellten Behaup-tung, durchaus nicht über die holländische Frage sondern eben nurüber die Vermählungen zu unterhandeln Auftrag und Vollmachthatte. Die letztem aber wurden nun von Frankreich gänzlich biszur Erledigung jener vertagt. So wurden, nach Villeroy's ener-gischem Ausdrucke'), „Toledo's Unterhandlung und die französischenBcrathschlagungcn über die Heirathen bis zur Beendigung vonJeannin's Aufgabe au den Nagel gehängt". Vier Wochen langhatte Toledo keine Audienz bei dem französischen Monarchen. DerMarques v. Tabara, einer der Begleiter Toledo's, ging um dieseZeit nach Madrid zurück; er schilderte dort die Lage der Negozia-tion als völlig verzweifelt, den Don Pedro selbst als höchst unzu-frieden wegen der großen Vernachlässigung und Mißachtung, dieer von dem französischen Hofe zu erleiden Habens. — Heinrich sahsich auch durchaus nicht veranlaßt, die Heirathsverhandlungen nachRom zu übertragen, wo sie nicht nur seiner unmittelbaren Aus-sicht entzogen sondern auch einem Papste anvertraut waren, derdurch seine Stellung und in der letzten Zeit auch durch seine Nei-gung der spanischen Partei genähert war. Villeroy eröffnete alsodem Nuntius, es sei aus dem bekannten Grunde uuuöthig, jetztBrcves Vollmacht zur weitem Berathung der Vermählungsangele-gcnheit zu übersenden. Nach Abschluß des Stillstandes werde mansofort die beiden ersten Heirathen — Villeroy meinte die derältern Kinder — abschließen können, da Don Pedro hierfür hin-reichende Vollmacht besäße; und was die letzte Verheirathung —des Don Carlos mit Christine — betreffe, so werde sich nachjenen ersten und mit dem Vortheile, den die Zeit bringe, darandenken lassen, und dann könne man diese Angelegenheit vielleicht

>) Villeroy an Ieannin, 18. Scpt.; XIV, 182. — Vergl. Jeannin anVilleroy, 10. Sept.; das. 140 ff.

2) Ladrera 10. Okt. p. 351.

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