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Zweites Kapitel.
nichts weniger als an ein Scheitern seiner Bemühungen gedacht;vielmehr war er so hofsnungssclig gewesen, wie nie zuvor. Eswar die Zeit, ehe die kühne Zusage des Erzherzogs den Waffen-stillstand ermöglicht hatte. Theilweise durch die Hartnäckigkeit derHolländer schien dieser, der ja dem Marques nie gefallen hatte,vereitelt zu werden. Heinrich war sehr ärgerlich über den Standder Verhandlungen; er hatte Jeannin und Russy angewiesen, sichan den Ncgoziationen gar nicht mehr zu bethciligen, denn er wollemit all' diesen leidenschaftlichen Leuten nichts mehr zu thun haben.Zugleich richtete er sehr ernste Schreiben an Moritz und die Gc-neralstaatcn, ihnen mit Entziehung seiner Unterstützungen drohend.Wirklich erklärte die französische Regierung, um die Entschlüsse derHolländer in friedlichem Sinne zu beeinflussen, denselben wieder-holt, daß sie für den Fall des Abbruches der Verhandlungen sichvolle Freiheit der Entschließungen vorbehalte. Es war das wohlnicht allzu ernstlich gemeint. Toledo aber nahm alles für bareMünze; die Freundlichkeit des französischen Herrschers bei seinerletzten Audienz schien ihm das Beste für die Zukunft zu versprechen.')
Er hielt es also an der Zeit, von dem Könige eine Audienzzu verlangen und nun entschlossen das Eis zu brechen. Am 13. Ok-tober erschien er vor Heinrich IV. und begann damit, ihn aufdie Undankbarkeit der holländischen „Rebellen" aufmerksam zumachen, die jetzt nicht einmal den französischen FriedcnsermahnungenRechnung trügen, und auf die Keckheit deS „Grafen" Moritz — denndie Spanier betrachteten denselben nicht als Prinzen von Oranien,sondern nur als Grafen von Nassau — der vor kurzem allerdingsSr. Allerchristlichsten Majestät wenig höflich geantwortet hatte. Dienatürliche Folgerung war, daß wider solche unverschämten Aufrühreralle gekrönten Häupter sich vereinigen müßten.' Von der Gemein-samkeit der monarchischen ging dann Don Pedro zu derjenigen derreligiösen Interessen über. Schon seien Oesterreich und Böhmen
>) Lls. Dep. Pccquius' v. 13. Okt. (Brüssel).