Band 
Dritter Theil.
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Der niederländische Waffenstillstand

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Papst von politischer Einsicht und Schlagfertigkeit würde vielleichtdoch ein Mittel gesunden haben, wenigstens den Versuch zur Her-stellung einer neuen Grundlage für die Versöhnung Spaniens undFrankreichs zu machen; aber Paul V. war dazu außer Stande underging sich nur in chimärischen Vorschlägen, die sofort zurückge-wiesen werden mußten.

Es ließ sich nicht verkennen, daß des Papstes Wünsche aufeine engere Vereinigung zwischen Frankreich und Spanien lediglichan dem Widersprüche Heinrich's IV. scheiterten; und ebenso wenig,daß nur seine Unterstützung die Holländer ermnthigen konnte, dievon Spanien geforderte freie Ausübung der katholischen Religionim Gebiete der Vereinigten Provinzen zu verwerfen. Um so eif-riger suchte er die ihm unentbehrliche Gunst des Papstes durchseine gewöhnlichen kleinen Künste wieder zu erlangen. DemNuntius erwies er oft die Ehre langer Unterhaltungen, bei denener demselben im tiefsten Vertrauen mittheilte: wie er Alles thue,um die Partei der Ketzer zu schwächen, soweit es die Ruhe seinesReiches gestatte; wie er besonders die so wichtige Bekehrung Sully'sbetreibe und die Aussicht habe, wenigstens dessen Sohn zu gewinnen;wie er den bei der erneuten Schwangerschaft der Königin erhofftenSohn als Ersten in dem königlichen Hause von Frankreich zumKardinale bestimme, der Kardinal von Frankreich heißen, amrömischen Hof residircn, und denselben schöner und reicher machensolle als jemals. Solche Schmeicheleien waren sehr geschickt aufden eitlen und »»befähigten Paul V. berechnet. Als der Königam achten Dezember aus der Vesper zurückkehrend den Nuntiusauf der Straße traf, hielt er seinen Wagen an, um demselben mit-zutheilen, daß er aus Holland günstige und friedliche Nachrichtenerhalten habe, die ihn mit lebhafter Freude erfüllten, eine Aufmerk-samkeit, die dem Nuntius und dem Papste außerordentlich schmeichelte.Ebenso hielt der König, da nun Toledo's baldige Abberufung ge-wiß war, es für angebracht, in milder Form mit demselben zuverkehren, zumal auch der Marques einen Versuch mackcke, durch