Band 
Dritter Theil.
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Zweites Kapitel.

erlangt zu haben, sowohl aus öffentlichen und privaten Gründenals auch ganz besonders wegen der Ergebenheit, die er selbst fürSeine Merchristlichste Majestät hege?) Offenbar lag beidenTheilen daran, wenigstens formell in gutem Einverständnisse zuscheiden.

In Wahrheit fühlte Don Pedro nur Zorn und Haß gegenHeinrich IV., der seinen Bemühungen eine so gänzliche Niederlagebereitet hatte. Wie unzufrieden man in Spanien mit den Ergeb-nissen von Toledos's Sendung war, zeigte das tiefe Geheimniß,welches die spanische Regierung jetzt über dieselbe verbreitete, währendsie im Beginne den Zweck der Reise unter der Hand überall be-kannt gemacht hatte.-)

Selbst der Papst, der bisher noch immer lebhafte Hoffnungenauf schließ lichen glücklichen Ausgang der in Paris gepflogenen Unter-handlungen gehegt hatte, begann darin recht unsicher zu werden.Anstatt selbst irgend eine Direktive zu geben, verlangte er, unbe-hülflich in politischen Fragen wie er war, von Breves Rath darüber,was er zu thun habe, um den Waffenstillstand und die Hcirathenzu Stande zu bringen. Natürlich konnte ihn Breves nur mitallgemeinen Worten und mit dem Vorschlage antworten, man mögedoch diese Angelegenheiten ganz der wohlwollenden Entscheidungdes französischen Monarchen anvertrauen. Das war freilich einvollständiger Widerspruch zu Heinrich's IV. Behauptung gegenüberToledo, er wolle die Vermählunzssache durch den h. Vater weiterverhandeln lassen. Die Angelegenheit bewegte sich offenbar ineinem hoffnungslosen Zirkel, welcher dem Papste den lebhaftestenZweifel an den guten Absichten des französischen Königs einflößenmußte, so oft der letztere auch das Gegentheil betheuerte.') Ein

1) KI8. Dep. Toledo's v. 23. Novbr. — LI8. Dep. Pccguiuo' v. 1. Dez.(Wien.) — Billerov cm Jeannin, 1. Dez; XIV. 447 tl.

2) Dep. Descartes' (interimistischen französischen Geschäftsträgers inMadrid) v. 12. Nov., I'creens 123.

b) Dep. Breves' v. 12 Nov., kerrens 187. — 518. Dep. Ortemberg'sv. 15. Nov.