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Zweites Kapitel.
daß diese sich mit dem Waffenstillstände als solchem zufriedengäben, ohne auf den Punkt der Souveränität zu bestehen." —Das war also der in Madrid geplante einfache Waffenstillstand.Wäre Giron zwei Monate früher bereits mit dieser Forderung inLondon angelangt, hätte sich die spanische Regierung die Mühegegeben, ihn sofort mit einer vernünftigen Instruktion auszurüsten,so würde sich Jakob vielleicht für einen solchen Gedanken haben ge-winnen lassen. Aber jetzt erst ihn vorzubringen und zwar ohneirgend eine Gegenleistung zu bieten, war offenbar ebenso unverschämtwie thöricht. War nicht gerade durch die früher von Richardotausgestreuten Gerüchte der englische König znr entschiedenstenAbleugnung eben derselben Ideen genöthigt worden, die zu ver-treten Giron ihn jetzt veranlassen wollte? Würde nicht Englandbei den Franzosen und Holländern den größten Zorn hervorgerufenhaben, wenn es bei dem jetzigen Stande der Verhandlungen, woalles zum Abschluß auf Grund der Souveränität der Staatenbereit war (Mitte Februar 1609), einen so oft verworfenen Antragplötzlich wieder vorgebracht hätte? Und daö blos aus Liebe zumkatholischen Könige, der bisher England lediglich ausgebeutet undgetäuscht hatte! Man kann es Jakob nicht verargen, daß er einegereizte und durchaus ablehnende Antwort gab. Giron, über feinenMißerfolg tief niedergeschlagen, verließ England.') Die gewöhnlicheUngeschicklichkeit, Langsamkeit und Unsicherheit der spanischenPolitik, verbunden mit einer gewissenlosen List, die sich doch meistin ihren eigenen Netzen fing, hatten den schlauen Schachzug dermadrider Staatsmänner abermals in eine vollständige und unwider-bringliche Niederlage verwandelt!
Und um eben dieselbe Zeit, wie Giron's Gesandtschaft, nahmauch die des Marques v. Villafranra ein überaus klägliches Ende.
Heinrich war, erbittert über die wirklichen und vermeintlichen
') Saliübury an Spencer und Wimvood, äl Felir. 1609,
ders. an Cvrnwallis, >609; 5Vincv. »ein. II. 466 I. 470 I. 475 I. ,