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Während des Januar 1609 war man nach in ganz Europaauf den baldigen Wiederausbruch des Kampfes in den Nieder-landen gefaßt gewesen; überall war man auch darin einig, dieSchuld an einem solchen Ereignisse den Spaniern bcizumessen.Breves konnte seinem Könige schreiben: „Kurz, Sire, wenn alleszum Schlimmsten kommt und der Krieg wieder ausbricht, so kannEure Majestät ohne Gewissensbedenken und ohne Furcht, den Papstzu beleidigen, alles thun, was Sie sür Ihren Dienst und IhreAngelegenheiten zuträglich hält/ Eine Denkschrift, die Heinrichüber die niederländischen Verhandlungen ausarbeiten und demPapste überreichen ließ, machte auf denselben einen solchen Eindruck,daß er das Benehmen der Spanier als ein treuloses und trügerischesbrandmarkte, während er dem Verfahren der Franzosen alles Lobangedeihen ließ.') Hörte man nicht die Stimme Heinrich'» IV.deutlich aus den Vorstellungen Paul's an den flandrischen Gesandtenheraus, wenn der heil. Vater dem letztem „zu seinem großen Be-dauern" von den heftigen Klagen des französischen Königs sprach,weil dieser, wie er sage, veranlaßt und ersucht worden sei, denVertrag mit den Holländern zu vermitteln unter der ausdrücklichenBedingung der Freiheit für jene, während man jetzt nichts mehrvon jenem Zugeständnisse wissen wolle. Der Papst schien es ganznatürlich zu finden, daß über eine solche Behandlung der französischeKönig die Geduld verloren habe und sich in allerhand Bravadenund Drohungen ergehe, zu offenem Bruche mit Spanien zu schreitenund die Vertheidigung der Holländer zu übernehmen/)
Von dieser Seite war also Heinrich IV. sicher. Um so ent-schiedener konnte er gegen alle die diplomatischen Künste auftreten,durch welche die Spanier den Holländern die erst jüngst gemachtenZugeständnisse wieder zu entreißen suchten. Er verlangte zunächst,daß die Erzherzoge schriftlich die Erklärung gäben, sowohl in des
9 Dep. Breves' v. 21. Ja», 5 Febr. 1608; p»rrens, 196 ss.9 IU8. Dep. Drlcmbcra's v. L0. Jan. (Brüssel).