Band 
Dritter Theil.
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Zweites Kapitel.

ihm die französischen Andeutungen übermittelt wurden, ganz ein-fach: „Darauf giebt es keine Antwort!" ') Heinrich aber warzweifellos sehr zufrieden, daß die Spanier ihm die Verlegenheit derZurückweisung der päpstlichen Wünsche dieses Mal so vollständigerspart hatten.

So hatten die spanisch-französischen Heirathsverhandlungenden Ausgang genommen, den viele ihnen von Beginn vorhergesagthatten: sie trugen lediglich znr Erhöhung der Feindschaft und desMißtrauens zwischen den beiden Mächten bei. Es zeigte sich aber-mals, wie gering der Einfluß selbst der Höchstgestellten ist, wennsie den großen historischen Verhältnissen entgegen streben. DieInteressen Frankreich's und Spanien's waren allzu verschieden, umeine Verständigung zwischen den beiden Staaten zuzulassen, ohnedaß der eine von ihnen die wesentlichsten Opfer hätte bringenmüssen. Jeder verlangte von dem andern, diese Nachgiebigkeit zuüben; aber in Spanien lehnte die noch lebendige, trotzige, ja an-maßende Ueberlieferung aus den Blüthezciten der nationalen Ent-wicklung, in Frankreich die selbstbewußte und ihrer Ziele sicherePolitik Heinrich's IV. jede Unterordnung ab. So standen beideMächte feindlicher, als je seit dem letzten Jahrzehnt, einander gegen-über. Der Unterschied war nur der, daß Spanien seine Erbitterungin scharfen Worten zu erkennen gab, aber durch innere Schwächeund die Planlosigkeit seiner Leiter an jedem wirksamen Vorgehengegen Frankreich verhindert wurde; dieses dagegen sich äußerlichfriedfertig und versöhnlich zeigte, während in Wahrheit sein Königjede Gelegenheit zu benutzen beschlossen hatte, um mit Hülfe seinerzahlreichen Bundesgenossen den Entscheidungskampf gegen das HausHabsburg zu beginnen.

Freilich die niederländischen Verwicklungen konnten den Anlaßzu einem solchen nicht mehr geben.

Cons. dcs span. Staatsr. v. 18. April; verrenn 209.