Band 
Dritter Theil.
Seite
241
JPEG-Download
 

Der niederländische Waffenstillstand.

241

denken, auch den fremden Staaten offiziell anzukündigen, daß erfür den Fall, wo die niederländischen Verhandlungen durch dieSchuld der.Spanier fruchtlos verlaufen wurden, den Holländernallen Beistand leisten werde.

Am 9. Februar 1609 kamen die französischen und englischenVermittler in Antwerpen an, wo die Abgeordneten des Erzherzogssie bereits erwarteten. Nur ungern hatten die Generalstaaten sichdazu verstanden, bei der Kürze der noch übrigen Zeit die Waffen-ruhe bis zum Ende des Monats zu verlängern. Aber inzwischenwar bereits in Spanien die entscheidende Wendung erfolgt.

Am 25. Dezember 1608 in Madrid angelangt, war Brizuelazuerst auf außerordentliche Schwierigkeiten gestoßen, die Parteides Condestable v. Kastilien und des Marques v. Villafraneahatte sich ihm mit der größten Hartnäckigkeit widersetzt. IhreGründe waren in der That vielfach ganz richtige und habensich zum Theile später vollkommen bewahrheitet. Zunächst führtensie, wie gewöhnlich, an, daß in einem so großen Reiche, wie dasspanische, eben unmöglich aller Orten Ruhe herrschen könne, unddaß die neidischen Fürsten und insbesondere der König von Frank-reich doch bald an einer andern Stelle Ungelegenheiten und Empö-rung hervorrufen wurden; deshalb sei es besser, den gegenwärtigenKrieg weiterzuführen. Zumal da der flandrische Friede die Auf-lösung des besten und geübtesten Heeres veranlassen werde, welchesje das rothgelbe Banner vertheidigt habe; und dann sei Spanienhülflos den Nachstellungen seiner Feinde ausgesetzt. Sie fügtenhinzu, daß Frankreich und England nichts weiter bezweckten, alsdie Zerstreuung jener trefflichen Armee. Und sei es nicht unendlicheSchande und Schmach, daß ein Krieg, den Spanien 40 Jahrelang mit aller Macht geführt, in dem es 200 Millionen Dukatenund Hunderttausende seiner Söhne geopfert, von dem der katholischeKönig sein ganzes Ansehen abhängig gemacht hatte, nun einenso schimpflichen Ausgang nehmen solle mit Verwerfung aller von

den Spaniern für den Frieden gestellten Bedingungen? Dasin. i<;