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Zweites Kapitel.
vollen Monat, ehe Heinrich ihm nur die erste Audienz gewahrte!')Da war freilich von dem spanisch-französischen Verhältniß wenigGutes zu hoffen!
Ende März trafen Nichardot und Svinola mit drei weiterenGehülfen, die französischen und englischen Gesandten und nennAbgeordnete der Generalstaaten zur endgültigen Redaktion des Ver-trages in Antwerpen zusammen. Am neunten April 160 !) wardas große Werk endlich geglückt und konnte zur Unterzeichnung desVertrages geschritten werden, der allerdings noch in Spanien zuratisiziren war. Das stand freilich noch lange aus, obwohl derErzherzog den Pater Brizuela zum zweiten Male zur Beschleunigungnach Madrid sandte. Indeß endlich traf auch dieses Aktenstück ein,das ja im Grunde nur eine Sache leerer Form war.
Der Abschluß des zwölfjährigen Waffenstillstandes zwischenSpanien und den freien Niederlanden war ein Ereignis; von derhöchsten Bedeutung und Wichtigkeit. Der Sieg der Holländernach mehr als vierzigjährigem erbitterten Kampfe war zugleich einSieg der religiösen und politischen Freiheit über den finstern Doppel-despotismus, den Spanien über die Leiber und Geister feiner Unter-thanen ausübte. Er war ein wirksames Hemmniß für die seiteineni halben Jahrhundert siegreich fortschreitende Gegenreformation,in deren Gefolge leider blutiger Glaubenszwang und materiellesElend einherzogen. Den tiefsten Schlag aber empfing dasjenigeLand, welches diese Kapitulation schmählich abgeschlossen hatte:Spanien. Die Erleichterung, die es sich durch dieselbe hatte ver-schaffen wollen, machte sich wenig fühlbar. Mit Recht bemerkteschon damals ein scharfblickender Venctianer — Girolamo So-ranzo — der Friede könne für die Spanier nur von Vortheil sein,wenn dieselben ihre Gedanken, Handlungen, ganze Art desAuftretens änderten, was eben unmöglich sei. In der That,wie Spanien dastand, als Herr der halben Welt, überall
') LI8. Dep. Cardmas' v. 21. 27. April 1609.