Der niederländische Waffenstillstand.
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widerwillige Unterthanen mit der Macht des Schwertes darnicdcr-haltcnd, an allen Grenzen Feinde, keck und anmaßend, ländcrsüchtigund habgierig, Vertreter und Vollstrecker fanatischer Unduldsamkeit —konnte es nicht dazu gelangen, in ungestörter und gesammelterRuhe seine finanziellen und Volkskräfte zu schonen, die zahlreichenSchäden im eigenen Innern zu bessern, sich für die Zeit neuerEntscheidung zu erholen und zu stärken. In diesem Weltreicheder hartnäckigsten politischen und religiösen Propaganda konnte nochweniger als einst in dem römischen Weltreiche der Zanustempcl jegeschlossen werden. Unmittelbar an den holländischen Vertrag reihtensich die Vertreibung der Menisken, die dem Lande so tiefe Wundenschlug und abermals militärische Anstrengungen erforderte, sowiedie jülicher Verwickelungen, die ohne ein unvermuthetes schrecklichesEreigniß einen neuen großen Krieg zur Folge gehabt haben wür-den. So erntete Spanien aus dem niederländischen Frieden keines-wegs die Vortheile, die Erzherzog Albert und Lerma aus demselbenerhofft hatten; und es blieben nur die schlimmen Ergebnisse übrig:die Geringschätzung in ganz Europa, die Ermuthigung der Gegner,und hierdurch die bedeutende Schwächung der spanischen Macht,die ja schon längst mehr in der Idee von Spanien's früherer Größeals in seinen reellen Kräften bestanden hatte. Der niederländischeFriede bezeichnet freilich nicht den Zeitpunkt, wo die Kräfte derunförmlichen spanischen Monarchie zu sinken beginnen — der liegtvielmehr schon weit in die Vergangenheit zurück; wohl aber machter den Punkt aus, wo dieses Sinken den Augen ganz Europa'senthüllt wird, wo der Schleier prahlerischer und hochtönender Phrasen,in denen die spanische Diplomatie ihre Stärke suchte, und glänzenderErinnerungen, der bis dahin die innere Hohlheit und Schwächedes spanischen Wesens verborgen hatte, plötzlich zerreißt. Es warnichts Kleines und machte überall den tiefsten Eindruck, daßjenes stolze Großrcich sich für besiegt erklären mußte durch dieHandvoll muthiger Männer aus den Sandbänken der Rhein- undMaasmündungcn! Vielmehr kam dies über die Völker und Fürsten