Band 
Dritter Theil.
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Drittes Kapitel.

mit dem französischen Gesandten in Venedig pflog, (Theil l., S.273 ff.) fallen und übertrug den Sitz der Negoziationen noch imSommer t 005 nach Rom, wo sie durch Vermittelung des KardinalsAldobrandini geführt wurden, der, nach der Thronbesteigung desBorghese Paul V. jedes unmittelbaren Einflusses beraubt, mitaller Macht nach der Wiedererlangung einer bedeutenden Stellungstrebte. Freilich, ein unzuverlässiger Unterhändler: denn indem erdas savoyisch-französische Bündniß betrieb, suchte er sich andererseitsauch durch Vermittelung des Herzogs die Gunst der Spanier zurück-zugewinnen, deren Feindschaft er sein Mißlingen in den letztenbeiden Konklaven zuschrieb.')

Aber nicht nur in der Persönlichkeit Aldvbrandini's, auch indem Gegensatze zwischen dem savoyischen und dem französischenGesichtspunkte lagen die Schwierigkeiten und Gefahren für dieseVerhandlung. Heinrich IV. war weit davon entfernt, sich mit einerbloßen Neutralität Savoyen's begnügen zu wollen, unbedingt wollteer diesen Staat zu seiner Verfügung haben, um sich desselben zumSturze der spanischen Herrschaft in Italien zu bedienen. Einesolche Forderung unmittelbar an den Savoyer zu stellen, bot jedochum so weniger Aussicht, als Heinrich entschlossen war, das savoyischeBündniß keinenfalls durch Opfer an französischem Gebiete zu er-kaufen, sondern dem Herzoge nur Aussicht auf Kriegsbeute zu ge-währen. Dahin Karl Emanuel, diesen zähen und gewandtenDiplomaten zu bringen, war gewiß schwierig. Um diesen Zweckzu erreichen, griff nun der König zu dem einzig möglichen Mittel,das er dann mit ebenso bewunderungswürdiger Virtuosität wie mitgänzlichem Mangel an moralischer Bedenklichkeit handhabte: er ließden Herzog zunächst mannichfache große Vortheile aus der franzö-sischen Freundschaft erhoffen, um dessen Begier zu reizen, ihnimmer unwiderruflicher aus die französische Seite zu ziehen; aber

0 Dies und das Folgende nach den 1U8. Depeschen des Grafen Verrua(savoyischen Gesandten in Rom) v. 23. Juni bis 3i. Dez. 1605 im TurincrStaatsarchive wettere Mnistri Noma, INarro 21.