Band 
Dritter Theil.
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Drittes Kapitel.

große Wichtigkeit für Frankreich beilegte, beanspruchte er jetzt - be-scheidener geworden, nur Bugey und das kleine, an Genf grenzendeAmt Ger; oder er wollte dem Könige die Alpenpässe Val di Sturaund Bal di Maira mit den dazu gehörigen Festungen, besondersDemonte, Bareelonetta und Dronero, überlassen, dann müsse erselbst aber alle die im Vertrage von Lyon abgetretenen Landschaftenund, wo möglich, auch die Erlaubniß zum Angriffe auf die StadtGenf erhalten, als festen Stützpunkt für jene Gegenden. „Dennwenn ich Genf nicht habe", pflegte der Herzog zu sagen, „kann ichmich nicht Herr von Savoyen nennen." st

Für den französischen Monarchen war es äußerst bequem, daßdie gegenseitigen Vorschläge stets den Umweg über Nom machenmußten; das paßte trefflich zu seinem hinhaltenden, verzögerndenSysteme. So kam erst Ende April 1606 seine Antwort auf dieseAnträge in Rom an. Sie erhob neue Schwierigkeiten: der vor-geschlagene Tausch sei zu unvortheilhaft für den König, der Herzogmöge ihm auch einige Plätze in der piemontesischeu Ebene selbst,wie Centallo und Busca, einräumen. Noch mehr Nachdruck legteaber Heinrich auf den vorn Herzoge wieder angeregten Plan einerHeirathsverbindung zwischen den Häusern Bourbon und Savoyen,weil er von derselben eine gänzliche Lostrennung Karl Emanuel'svon Spanien erhoffte; der Herzog möge nur diese Vermählungstipuliren, dann wolle der König ihm schon Abtretungen machenund ihn in allem befriedigen. Während Heinrich sich in diesenAllgemeinheiten hielt und sich zu nichts Bestimmtem verpflichtete,hatten Alineourt und Du Perron, aber nur als Ausfluß ihrerpersönlichen Ansicht, den Kardinal sowie den savoyischen Gesandten

st U3. Instruktionen an den Grafen Verrua, 18. 19. Febr. 1606; Turin,St.-A. lottere Mnistri Koma, IN. 22. — Die Neutralität Savoyen's preistals bestes Mittel zur Erhaltung dieses Staates der Herzog in seiner eigen-händigen Instruktion für den Prinzen von Picmont (Frühj. 1606) an; IrrealeUicotli, Ktoria clella Nonarcbia UiemontWe III. lFlorcnz 1865) 425 II. UeberGenf ebcndas. p. 440.