Band 
Dritter Theil.
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Die französische Partei in Europa.

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in Rom, Gerhard Scaglia Grafen von Verrua, mit der Hoffnungzu ködern, daß der Preis einer solchen Heirath Bugey, Valromeyund Gex sein werde.')

So war fast wieder ein Jahr verstrichen, ohne daß die fran-zösisch-savoyische Unterhandlung auch nur zu dem mindesten greif-baren Ergebnisse geführt hätte. Der Herzog verzehrte sich in derUngeduld, zu irgend einem Abschlüsse mit Frankreich zu gelangen.Er war um so mehr dazu gedrängt, als Spanien über seine Um-triebe hinreichend unterrichtet und gewillt war, diese VersucheSavoyen's, seiner Oberhoheit sich zu entziehen, nicht unbestraft zulassen. Karl Emanuel hatte sich selbst genöthigt gesehen, Mit-theilung von seinen französischen Verhandlungen in Madrid zumachen, um dem üblen Eindrucke vorzubeugen, der dort durchNachrichten darüber von anderer Seite hätte hervorgebracht werdenkönnen. Er stellte die Sache so dar, als ob er die Verhandlungenmit Frankreich sofort habe abbrechen lassen, als Martinengo dieersten Vorschläge über ein engeres Bündnis; zwischen Savoyen undFrankreich gethan, und knüpfte daran die Bitte, die noch in Spanienbefindlichen Prinzen ihm sofort zurückzusenden; — denn die Heim-kehr derselben hatten die Franzosen stets als unerläßlichen Beweisfür die Loslösung des Herzogs von der spanischen Allianz gefordert.Gerade deshalb war dieses dringende Verlangen nur dazu angethan,den Verdacht der Spanier gegen den Savoher zu steigern, von demsie fortwährend als Beweis seiner Treue die Verlängerung desAufenthaltes seiner beiden Söhne in Spanien forderten. Es kamdazu noch eine andere Angelegenheit, die den Spaniern höchst un-angenehm war: das innige Verhältniß zwischen Savoyen undMantua, welches durch die beabsichtigte und nun offiziell in Madridangezeigte Verlobung des Erbprinzen von Mantua und einersavoyischen Prinzessin angebahnt wurde und eine größere Unab-

>) NS. Depesche Vcrrua's von: >2. Februar, 2. 7. März, 22. April,6. Mai 1606.