267
Krone zu erkennen, und lehnten das großmüthige Anerbieten desKönigs zu wiederholten Malen dankend ab. st
Das Scheitern dieses Planes machte den König um so ge-neigter, die Verhandlungen mit dem Herzoge v. Savohen wiederzu beginnen, zumal sich herausgestellt hatte, daß derselbe mit denSpaniern keineswegs in freundschaftlichem Verhältnisse war. DesKönigs konsequent festgehaltener, freilich schwer zu verwirklichenderPlan blieb der, Karl Emanucl zur Mithülfe für einen Offensiv-krieg zu bestimmen, dessen Zeitpunkt nur Frankreich festzusetzenhabe, und jenen nicht mit französischem Gebiete, sondern mit denzu machenden Eroberungen zu entschädigen. Wurde er doch fort-während durch den Verdacht geplagt, der Herzog habe es nurdarauf abgesehen, unter schönen Vorspiegelungen die 1601 ver-lorenen Landschaften Frankreich wieder abzulocken! Dies wollteer auf jeden Fall vermeiden; aber andererseits lag ihm unermeßlichviel daran, durch die savohische Allianz festen Fuß in Italien zufassen. Begreiflicher Weise konnte Heinrich, nachdem er soebenerst die Verhandlungen abgebrochen, sie nicht wieder sofort direktanknüpfen; aber er benutzte die Rückkehr des Kardinals Joheusevon Venedig nach Frankreich, um ihm für Turin, das er auf seinerReise berühren, und wo er ganz natürlich mit dem Herzoge inpolitisches Gespräch gerathen mußte, offiziöse Aufträge zu geben.Joyeuse einigte sich mit Karl Emanuel dahin, daß die besprocheneHeirath jedenfalls stattfinden, die Mitgift in der Bresse und dendrei übrigen ehemals savoyischen Landschaften bestehen müsse, dieEroberungen im Mailändischen aber an Frankreich zu überlassenseien.
0 Ueber diese merkwürdige und für die Politik Hcinrich's IV. recht be-zeichnende Intrigue findet man das Nähere in dem Schreiben der Genfer anH. IV. v. 21. April 1607 (Oee. re>x- VII. 204 I. eU. Uetitot); H.'s IV. andie Genfer v. 24. Mai u. an Boisse u. Ncrestan v. 2 u. 8. Auni, (U. n>.VII, 248, 273 l. 276 5 007 l.j; endlich in der Relation Pictro Contarini's ausTurin i.Uar. e Lsrcb. III., I. 01 I.)