Band 
Dritter Theil.
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Drittes Kapitel.

Das klang schon etwas bescheidener, als die letzten ForderungenKarl Emanuel's, und so hielt der König es für gut, das alteSpiel mit demselben wieder aufzunehmen und ihn durch halbeEröffnungen und Andeutungen immer mehr in das Netz derfranzösischen Politik zu locken, bis dasselbe ihm jeden freien Aus-weg versperre. Der Ende September l607 auf seinen Postengesandte Nachfolger Fresnes' in Venedig, Herr v. Champigny, sowieFresnes selbst auf seiner Rückreise waren beauftragt, den Herzogin den dringendsten Ausdrücken der Freundschaft ihres Königs undseines Wunsches zu versichern, sich mit ihm zur Aufrechterhaltungder Freiheit Jtalien's gegen die Habsburger zu verbünden. Alleinauf bestimmte Vorschläge des Savoyers sollte weder Ehampignynoch Fresnes eingehen, sondern dieselben höchstens entgegen nehmen,und in Paris bekannt geben.')

Karl Emanuel war schon vor der Ankunft der beiden französischenDiplomaten durch die Aufmunterung und die Verheißungen Joyeuse'sveranlaßt worden, völlig im französischen Sinne zu handeln, daer ja im Grunde den Bruch mit Spanien längst beschlossen hatte.Im Beginne des September 1607 hatte er eine Zusammenkunftmit dem Herzoge von Mantua, mit dem er die Vermählung derältesten savoyischen Prinzessin, Margaretha, mit dem Erbprinzenvon Mantna auf den nächsten Weihnachten verabredete, währenddie spanische Regierung noch immer an dem Gedanken festhielt,diese Prinzessin mit dem Kaiser zu verheirathen; es war nur einoffenbarer Hohn, wenn dem Kaiser bis Ende des nächsten Monatseine Frist gesetzt wurde, die Hand der Prinzessin zu fordern. Un-mittelbar darauf wurde Graf Gattinara, ein alter Freund derFranzosen und persönlicher Günstling Heinrich's IV., nach Parisgesandt. Der Verwand dieser Reise war, dem Könige zur Geburtseines Sohnes von Orleans Glück zu wünschen; selbstverständlichhatte Gattinara aber einige geheime Aufträge. Er hatte dein

0 8iri, wem. reconU. I. 424 «r. 431. — I.. m. VII. 349.