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Drittes Kapitel.
Großherzogs v. Toskana einstweilen für unausführbar. Jedenfallstheilte sie ihn dem französischen Könige mit.st
Dieser erhielt eben jetzt die unzweideutigsten Beweise, daßKarl Emanuel seinen Stelz bemeistert und sich unbedingt denfranzösischen Wünschen unterworfen habe.
Die entschiedensten Anhänger Spanien's unter den Räthen KarlEmannel's waren der Gouverneur von Savoyen, Herr v. Albigny,und der Staatssekretär Roncas Baron v. Chastelargent. Der erstere,aus Grenoble gebürtig, war in den Zeiten der Liga zum Savoherübergegangen und hatte sich, nach Art solcher Renegaten, stets durchden bittersten Haß gegen sein Vaterland ausgezeichnet, einen Haß,der übrigens aus seinen klerikalen Anschauungen und nicht ausDurst nach spanischem Golde hervorging. Unter anderm hatte erauch hauptsächlich die verrätherischen Unterhandlungen mit Biron,sowie den verunglückten Versuch auf Genf im Dezember 1602 geleitet.Ein tüchtiger Soldat, war er doch von dem Herzoge, der sich ganz aufihn verlassen zu können glaubte, über sein Verdienst befördert, zumVizehcrzogc in den transalpinischen Landschaften, zum General-lieutenant seiner Truppen, zum Ritter des Annunziatenordens, endlichzum Gemahle seiner natürlichen Schwester Mathilde erhoben worden.Alle Aufforderungen des französischen Herrschers, diesen seinengrimmigsten Gegner von der höchsten Stelle des savohischen Staatesz» entfernen, waren lange Zeit vergeblich geblieben. — Roncas hattebisher die Einzelheiten der Geschäftsführung fast ausschließlich inHänden gehabt, nachdem er häufig als Gesandter in Madrid undRom thätig gewesen. Man erzählte laut, daß er eine regelmäßigePension von Spanien beziehe: so gänzlich war er diesem ergeben.Plötzlich am I I. Januar 1608 wurden Albigny und Roncas unterder Anklage verrätherischer Verbindung mit den Spaniern gesanglicheingezogen. Die Beschuldigungen, die man im Einzelnen gegen
y Dep. P. Contcirini's vmn 22. Dez. 1607 und Ant. Foscnnni's vom12. März 1608; I!ar. e Herein II., I. 303 und III., I. III s.