Band 
Dritter Theil.
Seite
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Die französische Partei in Europa.

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Mestre-de-Camp v. Vaueelas nach Turin sandte, um zu der soebenvollzogenen Doppelhochzeit Glück zu wünschen, beauftragte er den-selben zwar, den Savoyer auf das lebhafteste der FreundschaftSr. Majestät'zu versichern, aber zugleich jedes nähere Eingehenauf die Allianzpläne zu vermeiden. Ebenso sollte er dem Herzogevon Nemours, der, französischer und savoyischer Vasall zugleich,vou Turin aus sich mit der Vermittelung zwischen beiden Staatenabgegeben hatte, erklären, daß bei der Unsicherheit der Lage in denNiederlanden und bei der verdächtigen und anmaßenden HaltungKarl Emannel's die savoyisch-französischen Verhandlungen einstweilenvöllig unterbrochen bleiben müßten. Niemals war der Königärgerlicher auf den Savoyer als im Beginne des Juni 1608 .An Champigny schrieb er, der Herzog dürfte sich verrechnet haben,wenn er mit seinen falschen Zutraulichkeiten von Frankreich jeneVortheile zu erschleichen gedenke, die er weder mit Gewalt nochmit listigen Erfindungen oder andern Mitteln ihm abpressen könne;und dein vcnetianischcn Gesandten gegenüber meinte er: „DerHerzog ist entweder schon mit Spanien wieder in Uebereinstimmungoder auf dem, Punkte es zu sein, und übrigens verhandelt er mitmir, als wäre er König von Frankreich und ich Herzog v. Savoyen." ')Alan sieht, wie schmerzlich dies dem französischen Herrscher war;denn daß Frankreich einen Fuß in Italien haben müsse, um Spanienals gleichberechtigte Großmacht entgegentreten zu können, war demKönige völlig klar.

Und doch befand Heinrich sich mit diesen seinen Befürchtungenin einem Irrthume, der freilich durch das frühere Verhalten KarlEmannel's ziemlich gerechtfertigt war. Derselbe war vielmehr ebensosehr, wie je seit fünf Jahren, gewillt, sein Heil auf der französischenSeite zu suchen. Er beklagte sich in einer Weise, daß eS dem

y IU8. Znstr. an Vaucelas, IN. April (Turinp ausznglich bci 81,4 I. 473 ks.und I-Nttar, Br. u. A. II. 558. - Instr. an Ohampigi»' v. 16. gnni; 8iri I490. — Dcp. Foscarini'd v. 17. Juni; 8. o. 8. II., I., 304.