Band 
Dritter Theil.
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Drittes Kapitel.

des Hauses Habsburg fühlten, daß jetzt, wo in Deutschland dieGegenreformation unter dem Schutze des Kaisers immer ungescheuterund nachdrücklicher auftrat, wo der bevorstehende holländische Friededie lange gebundenen Kräfte Spanien's wieder befreite, eine gegendie Habsburger gerichtete Vereinigung unentbehrlich sei — und dochkam man nicht zu bestimmten Abmachungen. Man konnte ebennicht über den Drang anscinanderlaufender Sonderinteressen unddas gegenseitige Mißtrauen hinaus zur Einigung gelangen: bisendlich Heinrich IV. nach ruhigem Abwarten und sorgfältigem, all-seitigem Erwägen das entscheidende und damit befreiende Wortsprechen sollte!

Karl Emanuel war durch die Nachrichten, die er aus Parisempfing, auf das unangenehmste überrascht und tief bekümmert: alleseine künstlichen Systeme sah er an der kühlen abweisenden Haltungder französischen Staatsmänner zerschellen. Aber er war deshalbkeineswegs geneigt, die Flinte in's Korn zu werfen, Jacob seinemVerlangen gemäß zurück zu rufen, schien dem Herzoge völlig un-räthlich; er dürfe in so cntscheidnngsreicher Zeit den pariser Hof nichtohne savoyifchen Minister lassen, und überdies würde eine schleunigeAbreise Jacob's die Welt von den schlechten Beziehungen zwischenSavoyen und Frankreich überzeugen, da doch niemand glaubenwürde, daß ein Mann von dem Alter und den Verdiensten Jacob'snur um eines einfachen Glückwunsches willen abgesandt worden sei.Vielmehr trug er Jacob auf, sich weiter in Paris klug und zurück-haltend zu benehmen und genau zu beobachten. Mit dem venetia-nischen Gesandten solle er im besten Vernehmen bleiben und demselbeneine Auseinandersetzung des bisherigen Verlaufes der französisch-savoyischen Verhandlungen geben, die freilich nach des Herzogseigener Vorschrift auf durchaus lügenhaften Angaben beruhte. Dadie Franzosen selbst von der Dcfensivliga, die ja Karl Emanuelstets nur als einen Umweg zum Angriffsbünduiß betrachtet hatte,so wenig wissen wollten, hatte auch der Herzog keine Lust, sichweiter für dieselbe zu verpflichten. Jacob hatte also Foscarini mit