Band 
Dritter Theil.
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Drittes Kapitel.

In der That war Vinzenz bei seiner Abreise von Paris ganz fürdie französischen Pläne gewonnen, die er durch eifrige Unterhand-lungen »ach allen Seiten hin, besonders in Florenz und Tnrin zufördern suchte. Aber den eigentlichen Gegenstand der Ncgoziationenmit Karl Emanuel hatte man ihm verheimlicht.

Der Gesandte dieses Fürsten in Paris fand zu seinem freu-digen Erstaunen die französischen Minister plötzlich ganz verändert;sie zeigten jetzt den besten Willen, mit dem Herzoge zu einem fürbeide Theile vorthcilhaften Abschlüsse zu gelangen, und ließen den-selben dringend auffordern, er möge Jacob die Vollmacht zu Ver-handlungen über die französisch-savohische Heirath und znm Aus-tausche von Landschaften und festen Plätzen übersenden. In Parishielt man den Krieg für völlig sicher, und der König machte gegenJacob kein Hehl daraus, daß man es auf ein Angriffsbündniß mitden italienischen Staaten abgesehen habe — natürlich gegen Spanien.Villeroy bat Jacob, nur noch ein wenig Geduld zu haben, bisin den nächsten Tagen die Lage sich völlig geklärt haben werde;dann würde er den Gesandten nach Fontaineblean bitten, wohinsich der König in der Mitte des Oktober begab, st

Und wie Mantua und Savoyen suchte die französische Legierungauch Venedig in ihre kriegerische Allianz zu ziehen. Diese Republik,erschreckt über die Fortschritte Spanien's an einigen italienischenHöfen, über Spanien's Pläne auf die Adria und dessen drohendeHaltung im Allgemeinen, hatte sich seit dem Beginne des Septemberso eifrig wie noch nie zur Herstellung eines Nertheidigungsbündnissesmit Frankreich bereit gezeigt. Heinrich, der schon ganz an derSignorie verzweifelt hatte, nahm das sehr wohlgefällig auf undermähnte jene, sich fürder für einen Bund zu interessircn, in denman bereits zwei oder drei weitere italienische Fürsten hinein-zuziehen Hoffnung habe; auf den heil. Vater, der ganz spanischgeworden, müsse man freilich einstweilen verzichten.

ck KI8. Dep. Iacob'S v. 9. biö 28. Okt.