Band 
Dritter Theil.
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Drittes Kapitel.

lang völlig vernachlässigt, kalten sie die glänzendsten Hoffnungenin ihm erweckt; und nun wartete er von Tag zu Tage, von Wochezu Woche vergebens auf die Botschaft, die ihn versprochenerMaßen nach Fontainebleau zum Könige berufen sollte. All' seinAndrängen um Bescheid wurde unter nichtigen Verwänden zurück-gewiesen. Aergerlich schrieb er am 3l. Oktober dem Herzoge: ermöchte wohl, derselbe hätte die materiellen Mittel, um sich dergewünschten Provinzen mit Gewalt zu bemächtigen; „denn währendder Zeit von Heinrich's IV. Regierung dürfe man nicht hoffen,irgend etwas Verdienstliches oder was nach Hochherzigkeit undZuvorkommenheit aussehe, von diesem Könige zu erhalten, undwenn man von ihm etwas Aehnliches erlangen würde, so dürfeman es nur irgend einer drängenden Nothwendigkeit, die ihndazu zwingen würde, zuschreiben." In allen seinen folgendenDepeschen, bis gegen den Schluß des Jahres, hatte Jacob nur überdie Gleichgültigkeit des Königs, die äußerste Kälte von SeitenVilleroy's zu klagen, die ihn immer wieder damit abspeisten, daßman erst die Ergebnisse der Unterhandlungen Don Pedro's undin den Niederlanden — beide waren im Grunde längst entschieden!— abwarten müsse. Jacob war einsichtig genug, den wahrenGrund für die jüngsten Wandlungen der französischen Politik zuentdecken: als der flandrische Stillstand durch Spanien vereiteltschien, habe man sofort mit dem Herzoge verhandeln wollen; aberals die niederländischen Negoziationen von neuem ausgenommenseien, habe die französische Regierung ihre Meinung wieder geändert.Der einzige unter den französischen Ministern, der sich noch denAnschein gab, auf die savoyische Freundschaft Werth zu legen,und der auch vermittelst des noch immer in Turin verweilendenHerzogs v. Nemours die Unterhandlungen im Gange zn haltensuchte, war Sulky. Aber Jacob urtheilte von ihm, daß er es nichternstlich meine n»d sich nur Wichtigkeit beizulegen suche. „Er istdie eitelste Persönlichkeit und am meisten voll Wind unterallen, die ich noch an diesem Hofe getroffen habe" — schreibt