Band 
Dritter Theil.
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Die französische Partei in Europa.

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Jacob wenig respektvoll über den großen Minister an seinenHerzog.')

Ebenso verlief die Unterhandlung zwischen Frankreich undVenedig, hier freilich nicht durch die Schuld des erster», völligim Sande. Das Vertheidigungsbündniß hatte die Republik imSept. 1608 sebst von neuem vorgeschlagen, von einer Angriffsligaaber war bei den vorsichtigen Venctiancrn um so weniger dieRede, als sie überhaupt nicht die französische Macht an Stelleder spanischen znr Nachbarin wünschten, und als sie schon längstgegen die Aufrichtigkeit der Pläne Heinrich's IV. Mißtrauen hegten.Dieses wurde erhöht durch den außerordentlichen Eifer, welchender König auf den Abschluß des holländisch-spanischen Vertragesverwandte, der den Venetianern ja sehr unangenehm war. Sieergingen sich über dieses Benehmen des Monarchen in lautenKlagen, die wiederum die Franzosen nicht wenig verstimmten.Pnysienr rief aus: „Die Venetianer reden, als ob die Franzosenbesoldet würden, um deren Wünsche auszuführen. Sie eiferndagegen, daß der König den Anstrengungen der Holländer für ihreFreiheit den friedlichen Lohn zu sichern bestrebt ist, nachdem erdieselben mit vielen Opfern unterstützt; aber so oft auch Venedigaufgefordert wurde, etwas zu Gunsten des niederländischen Kampfeszu thun, hat es lediglich tönende Worte ohne die mindeste Wirkunggegeben." In diesen nicht ganz unbegründeten Klagen über diedünkelhafte, anspruchsvolle und doch schwächliche und feige Politik,welche schon damals die vielfach verkommene vcnetianische Oligarchieverfolgte, hört man wohl auch deutlich den Aergcr der französischenStaatsmänner über die stillschweigende Ablehnung ihrer an Venediggerichteten Offensivanträge heraus. Champigny wurde angewiesen,die Venetianer rücksichtslos mit der wahren Stimmung des Königsin Betreff ihrer bekannt zu machen. Sie wünschten, daß er den

9 N8. Dcp. Jacob's v. 31. Oct. u. (Turin). — Dgl' Snlly an Nemours,12. Nov.; Nim-r, Br. u. A. II. 569.