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Nun stand (Ende Nov. 1608) Karl Emanuel nicht länger an,den Grafen Verrua nach Spanien zu entsenden und zwar miteiner umfassenden Instruktion, die beweist, wie ernstlich er sichmit dem Gedanken einer Rückkehr zu den spanischen Interessenbeschäftigte.
Freilich nicht für geringen Preis wollte Karl Emanuel seinenBeistand den Spaniern gewähren und für sie der Hüter derAlpen gegen Frankreich werden. Er verlangte für den Prinzenvon Piemont die Hand der ältesten Jnfantin und als MitgiftFinale, Monaco und Mentone sowie die Insel Sardinien mit demKönigstitel. Außerdem sollte Prinz Philibert das „Generalat desMeeres", d. h. den Befehl über die gesammte spanische Flotteerhalten, Prinz Thomas Einkünfte im Betrage von 60,000 Gold-thalern, der Kardinal Moritz das außerordentlich reiche ErzbisthumSevilla und später die Statthalterschaft über eine an den Kirchen-staat grenzende neapolitanische Provinz. Für sich selbst forderteKarl Emanuel noch die Erlaubniß, Eastiglione, Meldola, Solferinound Sabionetta von den bisherigen Herren zu kaufen, um dafürPlätze des Montferrat eintauschen zu können; und Unterstützungnicht nur gegen Genf, sondern auch zu gemeinschaftlicher Eroberungvon Mazedonien, Albanien und Chpern! Für alles dieses versprachder Herzog nur engstes Bündniß mit Spanien. Verrua war an-gewiesen, zunächst ausschließlich mit dem Herzoge von Lerma, ohneWissen des Königs zu verhandeln; dabei sollte er den mächtigenMinister durch das Versprechen zu ködern suchen, daß im Falledes Gelingens dieser Negoziation der Neffe Lerma's mit dersavoyischen Prinzessin Katharina vermählt werden sollte. Andern-falls drohte Karl Emanuel mit seinem gänzlichen Abfalle zu Frank-reich, zum großen Nachtheile des Katholischen Königs.')
Daß alle seine Forderungen angenommen würden, das glaubtewohl Karl Emanuel im Ernste selbst nicht; aber es war seine
0 Jnstr. an Verrua, angeführt bei wicotti III. 386 in und bei (larutü II. 52 ir.