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Drittes Kapitel.
Gewohnheit, sehr viel zu verlangen, um etwas zu erreichen, indemer meinte, daß wer zu bescheiden auftrete, gar nichts erlange. Sostellte er gewissermaßen eine Reihe von Vorschlägen zur Auswahlauf. Die Hauptsachen waren ihm die Vermählung des Prinzenvon Piemont mit Dona Ana, dann die Ausstattung seiner jüngernSöhne mit Aemtern, Würden und Einkünften, endlich die Ab-tretung und der Verkauf der spanisch-italienischen FürstenthümcrSabionctta, Monaco und Finale, um dieselben gegen das Montferratumtauschen zu könueu. Mit den übrigen Ansprüchen verhielt essich etwa wie mit den übertriebenen Preisen eines unreellen Kauf-manns, die dazu bestimmt sind, von dem Käufer abgehandelt zuwerden.
Nach langer und beschwerlicher Reise traf Verrua erst am23. Dezember in Madrid ein. Er fand dort den Boden für seineBemühungen viel ungünstiger, als er geahnt hatte. Von allenSeiten hatten die spanischen Gesandten ihre Regierung vor demSavoyer gewarnt. Toledo hatte von Paris aus zu berichten ge-wußt, wie Karl Emanuel dem französischen Könige, bisher vergeb-lich, eine Unternehmung gegen das Mailändische vorgeschlagen habe;wie jener sich bemühe, zu diesem Behufe auch den Herzog vonMantua heranzuziehen; wie Savoyen ein Angrisfsbündniß mitFrankreich wolle, Venedig dagegen sich nur auf eine Vertheidigungs-liga einlasse. Unaufhörlich hielt Don Pedro, auf das genauesteunterrichtet, seinen König über die Umtriebe des Savoyers auf demLaufenden, das Mißtrauen gegen ihn immer von neuem anstachelnd.')Aehnliche Warnungen erhielt man in Madrid aus Venedig und Romund von dem alten Fuentes, der dringend davon abrieth, daswichtige Sabionetta dem Savoyer zu überlassen.
Demgemäß war der Empfang, den Verrua bei dem Herzogevon Lerma in seiner ersten Audienz fand. Der Herzog trug garkein Bedenken, seine Scheu vor der savoyischen Doppelzüngigkeit
y >18. Dcp. Tolcdo'S v. 1. 2t>. 29. Nov. (Paris).